Dienstag, 24. Mai 2016

Sommerträume


Ich bin ja gerade so im Nähfieber und die Kinder brauchen kurze Schlafanzüge. Klar gibt es auch welche zu kaufen. Jedoch finde ich entweder das Motiv hässlich, es gibt sie nicht in den passenden Größen oder mir ist das Geld zu schade. Auf dem Stoffmarkt habe ich einen tollen türkis-farbenen Stoff mit kleinen Walen gefunden. Klar, dass das für meinen Sohn bestimmt war. Kombiniert mit grün und gelb ergibt es eine prima Mischung für süße Sommerträume.
Mein Mädchen bekam ebenfalls noch einen Schlafanzug aus Blümchenjersey. Leider habe ich den aber nicht fotografiert.
Schnittmuster stammt für Hose und T-Shirt aus der Ottobre 3/2013.

Montag, 23. Mai 2016

Sein Meisterstück

Vor kurzem haben wir uns eine alte Veritas-Nähmaschine gekauft. Mein Mann hatte seinen Spaß dabei sie einzustellen. Und das meine ich sogar ernst. Seitdem findet man ihn in vielen freien Minuten vor diesem Urgestein sitzend. Man sieht ihn nähen, anpassen, fluchen, wenden, lächeln. Im Moment ist er dabei seine dritte Hose zu nähen. Und es klappt! Hier präsentiere ich seine erste genähte Jeans! Mit doppelter Kappnaht, Jeansknöpfen, vier Taschen und guter Passform. Im Hintergrund unser Faltkajak, wobei wir beim nächsten seiner hundert Hobbys wären. Ja, ich hab schon einen coolen Mann.
Ein Freund kommentierte diese Jeans übrigens mit dem Worten: "Selbstgenäht? Sieht man gar nicht!" Na, wenn das mal kein Kompliment ist :-)



Donnerstag, 19. Mai 2016

Mein Baby

Meine kleine Tochter, mein Baby, ist nun gar nicht mehr so klein. Ganze 2,5 Jahre ist sie schon bei uns. Sie kann bereits reden wie ein Wasserfall, kennt unglaublich viele Worte und Redewendungen. Motorisch dagegen lässt sie sich Zeit. Während ihr großer Bruder in dem Alter schon Laufrad wie ein Weltmeister gefahren ist, kullert Lieschen unbeabsichtigt von großen Heuhügeln hinunter, fällt von Stühlen und stolpert über imaginäre Steine. Plötzlich aber scheint da ein Knoten geplatzt zu sein. Plötzlich setzt sie sich auf "ihr" Laufrad und fährt ein bisschen. Steigt auf und ab (gut, man müsste es nicht so umständlich machen) und freut sich. Plötzlich ist es so, dass sie zwar stolpert und hinfällt, dann aber nicht weint, sondern auf ihre Art sagt: "Hey! Was soll'n das?!". Diese Redwendung hat sie sich vom Großen abgeguckt und wendet sie so gerne an. Oder auch "Häh? Was'n das hier?!". Naja, an höflicher Ausdrucksweise arbeiten wir dann später.
Gestern Abend hat sie uns dann noch einmal bewiesen wie groß sie ist. Die Kinder liegen im Bett, wir sitzen in der Küche, als wir hören wie die Kinderzimmertür wieder aufgeht und jemand die ganzen zwei Treppen nach unten tapst. Ich wundere mich noch, wie langsam der Große geht, als plötzlich unser kleines Mädchen (das Baby also... ach) um die Ecke kommt und uns mitteilt, dass sie nicht schlafen kann. Jetzt ist es wohl ganz offiziell. Motorisch holt sie auf, bald ist sie nicht mehr mein Baby, bald hab ich zwei große Kinder.
Um es komplett zu machen, übernachtet der Große heute auch noch zum allerersten Mal im Kindergarten zur "Lesenacht". Ich bin so aufgeregt! Und heute morgen teilt er uns dann mit, dass sie nach dem Mittagsschlaf erst vespern, dann draußen ganz lange spielen, dann noch drinnen spielen und dann holen die Eltern sie ab. Als ich ihm sagte, dass sie dort auch noch in der Nacht schlafen, glaubte er es mir nicht und wurde böse. Jetzt mache ich mir also Gedanken UND bin aufgeregt...



Dienstag, 17. Mai 2016

Mein Meisterstück

Eigentlich nähe ich ja relativ oft. Trotzdem schafft es nur weniges in den Blog. Da hat es einfach zu viele Stolperstellen unterwegs. Nähen - check, danach Fotografieren, Fotos auf den Computer laden, Blogeintrag schreiben, mit Fotos kombinieren (daran hapert es meistens, da ich die Einträge an einem anderen Gerät schreibe) und dann hochladen.
Dieses Pfingswochenende aber habe ich genutzt, um ein wirkliches Meisterstück zu beenden. Ok, das ist jetzt wirklich ein bisschen übertrieben, aber ich bin mit dem Ergebnis wirklich hochgradig zufrieden. Inspiriert haben mich die wunderschönen Sachen aus der Sandstraße, sowie diese coole kurze Hose. Ich habe ewig überlegt, wie ich das Schnittmuster basteln könnte, bis ich in einer alten Ottobre genau so eine Hose entdeckte. Ich gab noch an den Beinen, sowie am Rücken ein bisschen Weite dazu, nahm ein bisschen Länge aus den Beinen, verpasste dem Latz einen Beleg, sowie den Beinen Taschenbeuteln - et voila, da war sie. Genau die Hose, wie ich sie mir vorgestellt hatte für meinen großen Jungen. Eine schöne blaue Paspel an den Latz, blaue Hosentaschen (die mir nicht so ganz gelungen sind. In welcher Reihenfolge nur näht man Taschenbeutel und Außennaht??), ein schicker Beleg für den Latz, sowie eine wunderschöne Saumkante mit blau gepunktetem Stoff. Ich bin wirklich begeistert. Bisher habe ich meist Jersey vernäht, aber an diesen schönen, genauen Nähten, die man auf Webstoff erzielt, kann ich mich sehr erfreuen. Es hat richtig großen Spaß gemacht. Natürlich habe ich auch extra Kontrastgarn verwendet. War ein bisschen gewagt mit senfgelbem Kontrastgarn und blauer Paspel, aber das Ergebnis überzeugt mich. Ein Label habe ich nicht eingenäht. Die sind leider, leider alle. Aber sein Name steht drin, so kann es im Kindergarten auch immer sicher zugeordnet werden.
Ach, ich hab noch so viele Nähpläne. Diese Spieler/ Overalls/ Latzhosen haben es mir dieses Jahr echt angetan.







Stoff: vom Stoffmarkt von vor drei Jahren, eigentlich sollte daraus mal ein Rock werden, der blaue Paspelstoff war mal eine Bluse von mir
Schnittmuster: Modell 8 aus der Ottobre 3/2013 mit einigen Änderungen.

Dienstag, 19. April 2016

Unser Wochenende

Unser Wochenende fing mit Arbeitszeit meines Mannes an. Ich habe die Gelegenheit genutzt, um mit den Kindern einen kleinen Ausflug zu starten. Wir haben uns Picknick-Brote gemacht, Gurke und Apfelschnitze eingepackt, ein paar Motivierbärchen eingepackt (aka Gummibärchen) und los ging es. Wir haben ein ganz lichtes, wunderschönes Birkenwäldchen entdeckt. Eher eine große Wiese mit Birken. Großer Abenteuerspielplatz. Mit mysterien Steinspiralen, an denen man herrlichen spielen konnte und großen Stöcken. Es fing dann recht zeitig an zu regnen, so ein ganz feiner Nieselregen, und ich war schon drauf und dran alle wieder einzusammeln und zum Auto zu sprinten. Stattdessen haben wir es uns unter einer Kiefer gemütlich gemacht und dort unser Picknick gegessen. Das kleine Mädchen hat seit Tagen einen Mini-Kratzer an der Hand und möchte immer ein Pflaster haben. Der Große war ganz erpicht darauf, seine Pflaster aus seinem "Abenteuergürtel" zu verwenden. Er hat bestimmt dreimal gefragt, ob jemand ein Pflaster braucht, bis er endlich Lieschen verartzten durfte. Auf dem Rückweg wurden wir dann doch noch nass. Egal - wir hatten unser "Regenabenteuer", wie mein Sohn sagte.


Der Rest des Samstags war unspektakulär und auch der Sonntag völlig verregnet, sodass wir fast nur Zeit im Haus verbrachten. Auch mal schön und gemütlich :-)

Freitag, 15. April 2016

Libellige Weihnachtsshirts

Im Dezember ist mein kleines Mädchen bereits zwei Jahre alt geworden. Traditionell gibt es da natürlich ein Geburtstags-T-Shirt. Letztes Jahr gab es ein Kleid (also wurde zum ersten Geburtstag gleich die Tradition gebrochen). Dieses Jahr ein Shirt-Kleid aus einem herrlichen Libellenstoff, den ich bei Internaht kaufte. Der lila Stoff kommt von einem abgelegten Kleidungsstück von mir. Den Schnitt habe ich nach einem T-Shirt Schnitt aus der Ottobre erstellt. Also einfach lange Ärmel ran, an der Brust geteilt, ein längeres und breiteres Rockunterteil, das dann per Kellerfalte auf die Oberteilweite angepasst wird. Ich mache das oft "frei Schnauze", da ich nicht so viele Schnittmuster habe. Klappt gut ;-) Auf dem Oberteil prangt natürlich die "Zwei" für mein großes Mädchen.


Mein großer Junge bekam auch ein T-Shirt aus dem Libellenstoff. Ich mag das, diesen Partnerlook bei meinen Kindern. Der Schnitt kommt auch aus der Ottobre 03/2013 (Modell 24). Der kommt mit einem schicken V-Ausschnitt daher. Hier hab ich ihn schon mal vernäht. Wie man sieht, habe ich auch hier die Ärmel verlängert. Die Kinder hatten ihre Shirts zu Weihnachten an. Ich gebe zu, es könnte festlicher sein zu Weihnachten, aber diese Idee hatte ich erst kurz vor knapp. Nächstes Mal dann vielleicht :-)

Dieser Schnappschuss entstand im günstigsten Augenblick. Beide Kinder zusammen auf einem Stuhl, rumalbernd und lachend. Nicht einmal fünf Minuten später hat irgendeiner den anderen geärgert, woraufhin dieser dann... ihr wisst wovon ich spreche ;-) Aber diesen kurzen Augenblick konnte ich einfangen. Und wenn ich eine alte Frau bin und mir die Bilder anschaue, werde ich seufzen und denken wie schön die Zeit damals doch war!


Donnerstag, 14. April 2016

Urgestein einer Nähmaschine

Nun habe ich gestern meinen Blog wiederbelebt und schon habe ich heute etwas ganz besonderes. Mein Mann hat einen Gastartikel verfasst! Ich bitte um Stille, Vorhang auf:



Wir werden eine Jeans nähen. Wir werden eine alte, löchrige Hose filetieren und nach der Vorlage eine Neue machen. Das wird großartig, denn das bedeutet, dass ich NIE WIEDER Hosen kaufen muss. Einfach das alte Schnittmuster mit neuem Stoff zusammennähen und fertig ist die neue Hose. Was das an Zeit und Geld sparen wird!

Ich verstehe nichts vom Nähen. Aber eines verstehe ich: Jeans-Stoff ist dick. Man braucht ordentlich Wumms um da durch zu kommen. Meine liebe Frau hat eine Nähmaschine, die tut was sie soll, aber ich halte das Ding für eine Krankheit (eine AEG NM795). Ich kann nicht fernsehen, wenn sie näht. Erstens weil die Maschine den Empfang stört und zweitens weil das Plastikgetriebe einen Lärm emittiert, bei dem man nicht mal mehr die über uns startenden Flugzeuge hört. Und dicken Stoff möchte man ihr auch nicht zumuten.

Dank sozialistischer Überproduktion kommt man hierzulande recht preiswert an betagte Nähmaschinen der Marke Veritas. "Wumms" geht hier vor Features, weshalb wir eine 8014/2 aus den 50ern erstanden haben. Meine Frau hat sie abgeholt. Gespannt laufe ich zum Auto: "Die darfst du jetzt herausheben.", teilt sie mir mit. Es gelingt mir nicht ganz, mir nichts anmerken zu lassen. Das Knarzen in meinem Rücken und in den Federn des Autos, das entlastet wird, deuten an, dass diese Nähmaschine offenbar aus einem einzigen Stück Eisen gegossen ist. Ich verstehe jetzt, warum man relativ unproblematisch die Nähmaschinenwerke zu Kriegszeiten zur Waffenproduktion umfunktionieren konnte. Ich vermute, dieses Teil kann zwei Stahlbleche vernähen, wenn es sein muss.

Als erstes bekommt sie von mir Öl. Und zwar 10W40, das ist ein bisschen zäher als "Nähmaschinenöl". Ich hoffe, das bleibt länger drin und ich habe länger Ruhe. Die Mechanik ist in einem hervorragenden Zustand. Nichts verschlissen, nichts hat Spiel. Und jedes (JEDES!!) Lager hat einen Schmiernippel. Das ist für die Ewigkeit gebaut.
Unser Modell hat einen Rucksackmotor aus ähnlicher Epoche wie der Rest der Maschine. Übermäßiges Bürstenfeuer, bei dem mal neue Kohlebürsten fällig wären, kann ich nicht erkennen.

So, geben wir mal Gas: Erst knurrt der Motor ein bisschen im 50 Hz-Takt, wenn das Drehmoment noch nicht reicht zum losfahren und dann setzt sie sich in Bewegung. Ohne Losstolpern, das man oft hat, wenn die Haftreibung überwunden wird. Butterweich und leise läuft sie los. Man spürt die Masse der Mechanik, die nichts aufhält, wenn sie einmal in Bewegung ist. Ein Fahrgefühl, das Gänsehaut hervorruft. Unmöglich, das mit dem plastikhaften Geratter der AEG zu vergleichen.

Es gibt nur ein Problem: Sie näht nicht. 80 % der Stiche werden ausgelassen. Ausgedehnte mechanische Studien ergeben, dass der Greifer ein Mü zu spät kommt. Im Idealfall ist es so, dass die Greiferspitze die Nadel passiert, nachdem diese sich 2 mm vom Umkehrpunkt angehoben hat. Dann gibt es eine schöne Schlaufe, durch die er greifen kann. Kommt er zu früh, ist die Schlaufe zu klein. Kann man nachlesen hier: http://www.drachenwiki.de/index.php/Einstellanleitung_-_Nadel_-_Greifer
Ich vermute, dass die Verstellung des Greifers bei unserer Maschine daher kommt, dass sich die Antriebskette gelängt hat.

Man muss also nur den Greifer verdrehen. Nur. Nachdem er vermutlich 60 Jahre lang an Ort und Stelle saß. Naja, mein ganzes Zangenarsenal, Rostlöser und dosierte Gewalt haben irgendwann doch zum gewünschten Ergebnis geführt. Und siehe da, sie näht ... nicht. Als zweites Problem konnte ich den Oberfadenspanner ausmachen. Zwei Teller sollen den Faden einklemmen. Diese Teller werden durch eine Feder zusammengedrückt, deren Vorspannung eingestellt werden kann. Ein labberiges Drähtchen sorgt für die Fadenführung. Das kann aber nicht gehen, weil erstens die Federspannung nicht an die Teller weitergegeben wird und das labberige Drähtchen sich ständig verstellt. Ich weiß nicht, wie das original gehen soll. Mit einem Stück Draht und unter Weglassen eines Teils dieses Spanners baue ich es so um, dass es funktioniert.

Und siehe da: Sie näht!