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Donnerstag, 8. September 2016

Fünf Jahre

Mein lieber J.,

fünf Jahre bist du jetzt. Bei dir habe ich immer ein gutes Gefühl, dass dein Geburtstag kommt. Schon Wochen vorher empfinde ich dich als Fünfjährigen, bis du es dann auch offiziell sein darfst.

Es gibt so viele Dinge, die du so gut kannst. Du bist motorisch total begabt. Fährst Fahrrad wie der Henker, rollerst mit den Rollschuhen, kletterst auf die höchsten Bäume, springst von zwei Meter hohen Mauern. Mir bleibt so oft das Herz stehen, aber ich will (und kann) dich nicht aufhalten.
Spielen liegt dir nicht ganz so sehr. Über Playmobil freust du dich zwar, aber die Figuren stehen nach dem Aufbauen nur rum. Rollenspiel ist nicht deins. Du musst tun, etwas schaffen. Mit Werkzeug kannst du gut umgehen, du sägst gerne oder schnitzt oder haust Nägel rein. Du freust dich wahnsinnig auf den Herbst, da wir dann Eicheln sammeln können. Du sammelst unglaublich gerne und die Eicheln willst du alle schälen. Im Herbst möchtest du gar nicht weg fahren, sondern nur zu Hause bleiben.
Mit Lego baust du auch sehr gerne und kreativ. Da sind schon einige Städte, Raketen und Uboote entstanden. Genauso kreativ malst du seit einiger Zeit. Feuerwehren mit ihren Schläuchen haben es dir angetan, genauso wie Menschen, die auf deinen Zeichnungen sogar einen Hals haben. Ausmalen magst du auch sehr und bist sehr sorgfältig dabei. Dabei wirst du richtig ruhig.
Ruhig ist sonst eher nicht dein zweiter Vorname. Du bist gerne laut und präsent. Du hast so viel Energie und weißt oft nicht, wohin damit. Es kommt vor, dass andere darunter leiden müssen. 
Ich bemerke im Gegensatz dazu allerdings immer wieder, dass du mit Lärm sehr schlecht klar kommst. Es gelingt dir nicht mehr dich zu konzentrieren, bist abgelenkt und vergisst das, was du sagen willst. Deine Schwester schreist du deswegen oft an.
Dann wieder gibt es Zeiten, in denen du total vernünftig bist und schon so groß wirkst. Du weißt im Prinzip, wie Menschen sich verhalten dürfen und kannst auch schön darüber philosophieren. Du entdeckst immer mehr Zusammenhänge, weißt, dass die Woche aus fünf Kindergartentagen und dem Wochenende besteht. Du schreibst gerne vorhandene und nicht vorhandene Buchstaben und kannst plötzlich zweistellige Zahlen lesen. Du bist weltoffen und vertraust dich schnell anderen Leuten und Kindern an. Am liebsten fährst du mit deinem Fahrrad zum Bierstand im Dorf und kaufst dir dort von deinem Geld ein Eis. Dein Geld? Ja, vor kurzem hast du dem Papi erklärt, dass du ab sofort den Rasen mähst und der Papi hat dir dafür Geld angeboten. Mit deinem Geld bist du sehr großzügig und kaufst auch gerne (wenn es denn reicht) für deine Schwester noch ein Eis.
 
Zwei Tage nach deinem Geburtstag hast du jetzt den Kindergarten gewechselt. Der Wechsel fällt dir schwerer, als ich das erwartet hatte. Aber so schnell du dich Erwachsenen anvertraust, so sehr vermisst du wohl auch die vertrauten. Diese Umgewöhnung macht dir schwer zu schaffen und du bist nach dem Kindergarten sehr unausgeglichen. Im Moment haben wir da noch keinen richtigen Rhythmus gefunden, aber das wird sich in den nächsten Wochen legen.

Mein lieber J., wir lieben dich so sehr, wir bewundern deinen offenen Blick für die Welt und die Gabe im Hier und Jetzt zu leben.
Wie schön, dass es dich gibt!




Mittwoch, 13. April 2016

Fast- und Osterpause

Nun habe ich vor gut zwei Monaten von meinem Süßigkeitenfasten gesprochen und dann ist daraus aus Versehen ein Blog-Fasten geworden. Nun ja, jetzt bin ich wieder da.
In der Zwischenzeit war ich zwei Wochen lang Strohwitwe und habe wieder einmal bemerkt, wie groß die Kinder geworden sind. Klar, war es anstrengend. Aber das lag diesmal eher daran, dass ich krank geworden bin. Nichts schlimmes - Gott sei Dank. Die Kinder machen jetzt einfach fein mit und ich habe es sogar ein bisschen genossen.
Ostern haben wir wieder bei meinen Schwiegereltern am Meer verbracht, wo wir uns den Wind um die Nase wehen ließen. Dank Zeitumstellung fand die Ostereiersuche kurz vor 9 Uhr morgens statt, nach alter Zeit wäre es kurz vor 8 gewesen... (und wir haben NACH dem Frühstück gesucht...)
Die Kinder haben zu Ostern lustige Steckenpferdchen bekommen, die ich noch vorstellen möchte (aus alten Socken meines Vaters :-) ). Letztes Jahr bekamen sie diese Hasen, die sie immer noch bekuscheln. Die Schokoeier wurdem vom Lieschen so schnell wie möglich vertilgt, während der Große seine lieber hinter dem Klavier (!) versteckte und schön langsam genoss. So unterschiedlich sind sie, unsere beiden Kinder.
Die 8 Stunden Fahrt zu den Großeltern ist mittlerweile auch kein Problem mehr. Wir hören Hörspiele, gucken Bücher an und malen oder kleben Aufkleber. Nur ein Stillstandstau kurz vor Ende bringt uns dann doch aus dem Konzept.

Hier trage ich meine neue Goldmütze, gestrickt aus golden-gelber Wolle.
In den letzten beiden Wochen packte mich und meinen Mann das Nähfieber! Aber dazu will ich später mehr schreiben.
Jetzt erfreue ich mich ersteinmal an meinem neu-belebten Blog.



Montag, 25. Januar 2016

Geburtstagswochenende

Wie der Titel schon vermuten lässt, hatten wir ein wunderschönes Wochenende.
Eingeläutet wurde es allerdings sehr fies mit einem Anruf meines Mannes, dass sein Fahrrad geklaut wurde. Ziemlich exakt ein Jahr nach meinem Fahrradverlust. Le Petit war sehr empört und schlug vor, dass die Polizei und die Feuerwehr kommen sollte, um alle Diebe mit kaltem Wasser abzuspritzen. Ich wollte gerade über seine kindliche Unverdorbenheit lächeln, da setzte er hinterher: "Und dann machen wir sie alle tot." Äh ja, so viel zur Unverdorbenheit.
So ein Fahrradklau ist nicht nur finanziell ziemlich blöd, auch logistisch stellt uns das vor Herausforderungen. Der Kindergarten ist 11km entfernt und wir holen die Kinder ausschließlich mit dem Fahrradanhänger ab. Aber wir haben den Ärger bereits überwunden. Er hilft uns sowieso nicht...

Nun zu dem schönen Teil des Wochenendes. Am Samstag haben wir den Schnee nocheinmal richtig genossen. Vormittags liefen mein Mann und der Große eine Runde Ski. Sie starteten direkt an der Haustür, hinten durchs Tor hinaus auf die Elbwiesen. So eine Idylle! Ich bereitete mit dem Lieschen frische Pasta zu. Ziemlich aufwändig, aber super köstlich. Nach dem Mittag schickte mein Mann mich mit den Skiern los und schenkte mir zwei wertvolle Stunden voller Ruhe, Schneewirbel, Eisschollen und Auspowern bzw. Staunen ob der Natur. Wieder direkt an der Haustür gestartet. Erwähnte ich bereits, wie glücklich ich mit unserem neuen (Reihen)Haus bin?!
Anschließend wurde noch gerodelt und ein Schneemann gebaut. Der jedoch fiel im Laufe des Abends aufgrund der hohen Plusgrade bereits wieder um. Der Große machte den brillianten Vorschlag den Schnee der Kugeln wieder im ganzen Garten zu verteilen, um mehr Schnee zu haben.

Sonntag durfte ich "ausschlafen" und wurde dann runter zum Frühstück und meinem Geburtstagstisch mit Geburtstagskuchen und Wunderkerzen geholt. Einunddreißig Jahre sind es nun. Meine Familie sang das Geburtstagslied und der Große musste meinem Mann wegen des Textes ausshelfen. Ach, es ist wunderbar Familie zu haben (meistens, nicht wahr?!). Zum Mittag trafen wir uns mit meinen Eltern und Nachmittags wurden Waffeln im neuen Waffeleisen gebacken. Ich träume bereits vom Sommer mit Waffeln und Erdbeeren, von Apfelwaffeln, Zimtwaffeln, herzhaften Waffeln...
Der Tag klang mit Wolle wickeln, stricken und Tatort aus. Merci!!

Freitag, 8. Januar 2016

Willkommen neues Jahr

Willkommen neues Jahr, willkommen 2016!
Die Weihnachtszeit verging wie im Fluge und jetzt sitze ich hier bereits im neuen Jahr.

Dieses Jahr haben wir unser erstes Weihnachten im neuen Haus gefeiert. Mit großem Weihnachtsbaum im luftigen Wohnzimmer. Und seltsam, während die Vorstellung vorher immer eine große Sache für mich war, insbesondere da ich ursprünglich gehofft hatte, bereits das letzte Weihnachtsfest im neuen Haus zu feiern, so habe ich den Weihnachtsbaum und das Weihnachtsfest mit Familie und Großeltern in unserem Haus dieses Jahr eher nüchtern betrachtet und wahrgenommen. Es war nicht dieses große, emotionale Ereignis, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Wohlmöglich habe ich mir nicht genug Zeit genommen, um darüber nachzudenken und aufgeregt zu werden. Vermutlich gab es einfach zu viel zu tun und zu bedenken. Wahrscheinlich haben die Kinder einfach zu viel Aufmerksamkeit vereinnahmt. Naja, jetzt ist es nun vorbei unser Weihnachtsfest im eigenen Haus. Es war schön, sehr schön, aber auch trubelig. Umso mehr genoss ich die Familienruhe danach; in den Tagen zwischen den Jahren. Die Zeit haben wir genutzt, um Freunde zu besuchen und Besuch zu bekommen. Ich war mit Le Petit im Kino, um den wunderschönen Film "Heidi" zu sehen. Sein erstes Mal im Kino! Wir haben einen Fahrradausflug bei frühlingshaften Temperaturen gemacht. Und letztendlich feierten wir sogar Silvester mit Freunden bei uns zu Hause. Ziemlich spontan beschlossen und es wurde eine prima und lustige Feier.

Fürs neue Jahr wünsche ich mir mehr Ruhe. Ruhe für meine Ohren, meine Gedanken und unser Leben. Ich wünsche mir mehr Gelassenheit mit den Kindern (2015 habe ich es mir irgendwie angewöhnt schnell laut zu werden und viel zu schimpfen) und mehr Aufmerksamkeit für meinen lieben Mann.
Außerdem möchte ich beruflich wieder mehr anpacken. 

2016 ich bin gespannt auf dich!

Freitag, 18. Dezember 2015

Zwei Jahre

Meine liebe L.,

letzte Woche haben wir deinen zweiten Geburtstag gefeiert. Ganz überzeugt warst du vorher nicht. Ich habe dir am Abend vorher gesagt, dass du Geburtstag hast, woraufhin du "Nein, Papi!" geantwortet hast. Ich habe insistiert: "Morgen hat die L. Geburtstag!" und du schon fast weinerlich: "Nein, Papi!" Wenn ich bedenke, dass der Papi erst eine Woche vorher Geburtstag hatte, verstehe ich deine Verwirrung schon.
Du bist unser kleiner Sonnenschein! Du lässt dich so gut motivieren zu helfen, dich anzuziehen, etwas wegzuräumen und bist dabei einfach sehr eifrig. Außerdem kannst du schon jetzt so viel sprechen. Du saugst alle Wörter in dich auf und sprichst sie nach. Drei- und Vierwortsätze sind kein Problem für dich. Dich selbst nennst du "Ise" und deinen Bruder nennst du "Nohan". Apropos Bruder: Du kannst dich gegen Le Petit ganz gut durchsetzen. Wenn du mit etwas spielst, dann verteidigst du es auch mit aller Kraft. Du teilst aber auch gerne, wenn man dich darum bittet. Manchmal bist du im Schimpfmodus, dann fauchst du wie ein Tiger und bewegst die Hand wie seine Tatze. Wir haben auch schon erlebt, wie du dich im Fluchen übst! Zumindest klang es so. 
Du bist unser kleiner Helfer und kannst schon viel. Du ziehst dir alleine die Socken oder die Unterhose an, bringst die Marmelade zum Frühstück, guckst in der Werkstatt gerne zu und reichst mit Engelsgeduld Nägel.
Im Moment spielst du gerne mit der Holzeisenbahn. Du malst sehr gerne und hältst J.s Püppi im Arm. Zum Geburtstag hast du eine eigene große Püppi bekommen, aber die deines Bruders ist immer noch interessanter. Du lässt dich auch auf ein Spiel mit deinem Bruder ein und immer öfter entdeckt man euch im kurzen gemeinsamen Spiel.
Motorisch bist du ein bisschen langsamer als dein Bruder. Du bist auf deinen kleinen Beinchen noch ein bisschen wacklig. Allerdings kannst du jetzt bereits eine Stufe freihändig runter- und hochsteigen, du übst fleißig das Hüpfen und Klettern ist immer noch deine Stärke. Ich bin immer wieder verblüfft, wie du dich wie ein kleines Äffchen an Stangen hängst und schaukelst.
Obwohl du auf der einen Seite so selbstständig bist, bist du ein sehr anhängliches Kind. Oftmals darf es nur Mamis Arm oder Schoß sein. Und wenn du auf meinem Arm bist, dann ist für dich die Welt in Ordnung.

Meine liebe L., vor zwei Jahren hast du dich überaschend auf den Weg gemacht. Vor zwei Jahren haben wir das erste Weihnachtsfest zu viert gefeiert und waren glücklich wie noch nie im Leben. Welch ein Glück wir haben, dass du in unserer Familie bist. Wir haben dich sehr lieb!

Montag, 31. August 2015

Geburtstagswochenende

Wir hingen diese Woche ja alle ganz schön durch. So durch, dass das kleine Lieschen am Freitag zu Hause bleiben musste und Abends dann Fieber kurz vor der 40 Grad Grenze hatte. Sie hing seit dem Mittagsschlaf nur durch und konnte gar nichts mehr machen. Samstag waren es dann zum Glück nur noch knapp unter 39 und da hatte sie sich nach der Rumliegerei sogar auch wieder hingesetzt. Aber wir hatten ja sowieso keine großen Pläne für Samstag. Wir wollten ja entspannen. Und weil das so langweilig war, hat sich der Mann dann spontan auf den ersten Paddelausflug mit dem Großen gewagt. Sie haben das Faltboot zusammengebastelt und sind zum Fluß gelaufen.
 
Le Petit war Feuer und Flamme und hat sich riesig gefreut. Ansonsten ist er im Moment eher - ähm - sagen wir "herausfordernd" (in der Wissenschaft beispielsweise hat man nie Probleme, immer nur Herausforderungen...). Und ich hatte dadurch, nachdem ich einen Kuchen und 24 Muffins gebacken hatte, eine wunderschöne lange Mittagspause nur für mich (und die Muffins...).
Mittags gabs das erste Kürbiscurry von zwei unserer insgesamt 6 Hokkaidokürbissen aus dem eigenen Garten! So ein eigener Garten ist schon echt genial. Als Erntehelfe ist Le Petit auch total prima. Er hat sie abgeschnitten, aus Eigeninitiative heraus abgewaschen und in die Küche gebracht. Großer Junge!

Ja, wirklich ein großer Junge, der am Sonntag dann seinen vierten Geburtstag feierte. Am Vorabend dämmerte es ihm, dass er am nächsten Tag dann wirklich Geburtstag hat und er wurde ganz freudig und sagte "ich freu mich so!". Trotzdem schlief er gut ein und wurde am nächsten Tag erst kurz vor 8 wach. Er hat sich über seine Geschenke gefreut (nur den Ball fand er eher langweilig, mit dem der Nachbarn hatte er dafür ewig gespielt). Beide Kinder haben dann ersteinmal die Bücher bestaunt.

Im Bad hat er dann vorgeschlagen, dass ich ihm die Haare schneide *schluck* Seine süße blonden, struppigen, lockigen, weichen Haare? Ich hab mich mehrmals vergewissert, denn danach sind sie ja ab. Aber er war sich seiner Sache sicher und jetzt sieht er gleich nocheinmal größer aus. Hoffentlich wird dann auch mal vernünftiger.

Den Vormittag verbrachten wir am Sandkasten, bis es uns zu warm wurde. Zum Mittag gab es wie gewünscht Eierpfannkuchenplinsenpallatschinken. Und Nachmittags kamen endlich, endlich die Gäste. Es gab ein Wickingerschiff als Kuchen, ein paar Wickingerspiele mit Wickingerhelm und einen Schatz. 

Anschließend wurden alle Kinder im PoolPlanschbecken abgekühlt. Bei einem Spiel mussten die angehenden Wickingermänner und -frauen ihre Geschicklichkeit beweisen. Auf dem Blog "Zuckersüße Äpfel" gab es diese Woche erst eine Anleitung für Fangbecher. Vielen Dank dafür! Jedes Kind durfte sich noch eine Perle aussuchen und sie waren tatsächlich recht geschickt.

Irgendwann war es 18 Uhr, die Kinder wurden wieder abgeholt. Ein Mädchen meinte beim Schuhe anziehen. "Das war aber schön!" Ach, das erfüllt und freut mich (auch wenns nicht das eigene Kind war, naja). Meine Schwester aß noch mit uns zu Abendbrot und die Kinder wurden müde ins Bett gebracht. Ich schmolz noch Schokolade für den Kuchen zum Geburtstagsessen im Kindergarten (und wartete anschließend, bis sie wieder halbwegs fest genug war, um sie zu verstreichen, ohne dass sie gleich wegfließt) und verfolgte wie ungeschickt Wallander sich benimmt.
Alles in allem ein schönes, volles, aber auch entspannendes Wochenende. So und jetzt ist ersteinmal genug mit der Feierei!

Wir haben übrigens Familien- und Kindergeburtstag zusammengelegt. Das war prima! Tolle Unterstützung von meiner Schwester! Vielen lieben Dank!

Montag, 24. August 2015

Taufe

 
Wir haben ein großes Fest gefeiert am Wochenende. Unsere Kinder wurden getauft. "So spät?" haben einige gefragt. Wir sagen, es war genau richtig so. Der Große hat sich sehr darauf gefreut, war in der Kirche sehr feierlich, hat die Lieder mitgesungen, auch wenn er den Text  nicht wusste und war bei der eigentlichen Taufe sehr ernst und glücklich. Der Gottesdienst war sehr schön und die Predigt tat gut. Die Paten und die Großeltern waren da und wir feierten in unserem kleinen, grünen Garten an einer langen Tafel. Mit weißen Tischtüchern und leckerem Essen. Dieses Tauffest wird uns lange in Erinnerung bleiben.
Le Petit, guck mal hübsch!
Für Le Petit habe ich zur Taufe eine Puppe genäht. Das Puppen-Sew-Along kam mir gerade recht. Obwohl der Zeitplan recht sportlich war, wurde sie genau fertig. Le Petit war in ihren Werdegang voll eingebunden. So wurde aus dem Puppenjungen, den ich plante, ein Mädchen, mit gelben und blonden Haaren, lila Zopfbändern, einer lila Unterhose und einem blauen Kleidchen. Er hat auch schon vorher überlegt, wie sie heißen könnte. Als er sein Geschenk auspackte, schloss er seine Emma Greta überglücklich in die Arme und murmelte "Meine Puppe!". Ach, Kinderfreude ist so schön!
 Für das kleine Mädchen hatte ich auch etwas besonderes im Sinn. Vor einer Weile schon stolperte ich über diese niedlichen Holzmännchen bei Isipopisi. Das wollte ich unbedingt nachmachen. Einen Ast fanden die Kinder an der Elbe als Treibgut. Die Löcher bohrte mein Mann. Vielen Dank! Und die Farbe fand sich noch aus unzähligen Projekten. Dass es genau Regenbogenfarben sind, fiel mir erst im Nachhinein auf. Verstaut werden sie in einem kleinen Säckchen, das ich am Abend vorher gegen 21 Uhr nähte :-)
Lieschen freute sich ebenso sehr über ihre Männchen. Sie bespielt sie mit Sprache und steckt und zählt "hei, hei, hei, hei...". Es ist sehr niedlich anzusehen. Danke, Isa, für die Inspiration!

Abends saß ich mit den geschafften Kindern glücklich und angefüllt mit Freude und Familienzeit im Kinderzimmer, blätterte in der Kinderbibel mit den tollen Bildern und legte sie schlafen. Ich bin so froh sie bei uns zu haben! Danke!
Insbesondere, wenn beim Gottesdienst einem kleinen Mädchen gedacht wurde, das still geboren wurde.

Freitag, 21. August 2015

Es herbstelt

Heute morgen hat es das erste Mal geherbstelt. Das Termometer zeigte gerade einmal 12 Grad, die Luft war frisch und klar. Ich habe mir das erste Mal ein Tuch aufgesetzt, um mich vor dem kalten Fahrtwind zu schützen (wie hab ich das zu Schulzeiten nur ohne Tuch bei Minusgraden gemacht? Ich kapiers nicht.) Das tolle am Herbst ist ja, dass es morgens so schön frisch ist und es am Tag aber trotzdem noch warm wird.

Am Sonntag ist die Taufe der Kinder. Ich freu mich schon. Und ich bin überhaupt nicht aufgeregt. Dass ich Abends nicht einschlafen kann, mich tausendmal rumwälze und wieder aufstehe, in der Nacht aufwache und tagsüber mein Herz wie wild klopft, das liegt bestimmt an was ganz anderem. Denn ich bin ja gar nicht aufgeregt. Ich muss nur noch dies und das erledigen, dabei nichts vergessen, die Geschenke noch fertigstellen, saugen, wischen, Bad putzen, Fenster sauber machen, Essen vorbereiten, bangen ob die Gläser und Teller und Stühle reichen. Ja, aber aufgeregt bin ich nicht. Aber ich freue mich!
Die Kinder bekommen ein tolles Geschenk. Für Le Petit habe ich eine Puppe genäht. Ich dachte, es wird ein wilder Junge und nun ist es ein liebes Mädchen. Seltsam, aber die Puppen und Le Petit haben ihren eigenen Kopf. Vielleicht ist es ja ein Gegen- und Ausgleichspol zu Le Petit. Wozu brauche ich zwei wilde Jungs? Das kleine Mädchen bekommt was, womit sie ihre Leidschaft zu stecken ausleben kann. Ich muss beides noch ein bisschen vollenden. Ahem....

Hier ist ein sehr interessanter Bericht über einen Berliner, der Flüchtlinge bei sich schlafen lässt. Diese Einzelschicksale treiben mir die Tränen in die Augen. Was antwortet man auf so eine Frage:
„Wieso darf Ahmad bleiben und ich nicht?“, hat er mich einmal gefragt. „Weil ihm genommen wurde, was ich nie hatte?“ 
Der Flüchtling aus Syrien erinnert mich an einen jungen Mann, den ich bei meinem ersten Besuch in  der Zeltstadt traf. Er war auch aufgeweckt, hilfsbereit, konntet gut Englisch. Beim zweiten Besuch habe ich ihn leider nicht wieder getroffen. Ich hoffe, dass er es schafft. Aber was ist mit den ganzen Youssoufs des Berichts? Echt jetzt, das ist doch alles Mist! Kann die Welt nicht anders sein?


Ach ja, und heute morgen haben wir dann bemerkt, dass er gar nicht seine Schwester zum Geburtstag eingeladen hat, sondern ein Mädchen aus dem Kindergarten, das genauso heißt. Ich hab ihm die Einladung gegeben und gemeint, er könne sie ihr ja gleich geben. Sie ist ja hier. Er war verwirrt und fragte, warum die anderen nicht da sind. Irgendwann dämmerte es mir dann. Zum Glück! Wenn wir sie jetzt nun nicht eingeladen hätten und dann an seinem Geburtstag gesagt hätten "Aber hier ist doch L., deine Schwester.", na da hätte er blöd geguckt (und geschrien und geweint...). Uffa..

Dienstag, 2. Juni 2015

Kindertag


Wir feierten gestern einen schönen Kindertag. Die Kinder wurden morgens mit Smartieregenbogen, Leuchtstern und -mond, sowie Badezusatz überrascht. Den Smartieregenbogen gab es bereits für mich als ich Kind war. Darüber habe ich mich immer sehr gefreut und deswegen gerne übernommen. Nächstes Mal sollte ich allerdings einfarbige Servietten und nicht solche psychodelischen Sonneblumen nehmen.

Nach dem Kindergarten sind wir in eine Galerie gefahren, in der ein Schattenspiel aufgeführt wurde. Es war sehr liebevoll gemacht, mit Musik, einer schönen Geschichte, aufwendigen Schattenfiguren und zum Schluss ein Schokokäfer für jedes Kind. Lieschen krähte zwischendrin immer ihr Da! Die Kinder waren ganz bei der Sache - gebannt, erfreut und lachend. Anschließend haben wir bei einem Freund von Le Petit gegrillt. Wegen des Regens wurde die kleine Kindertagsfeier in die Wohnung verlegt. Eine schöne, große Altbauwohnung mit riesig langer Esstafel. 10 Kinder waren es, die alle wunderschön ausgeglichen miteinander spielten und aßen. Anschließend gab es Eis in der Waffel. Jedes Kind durfte sich die Sorten selber aussuchen und es wurden ganz kleine Minikugeln in die Waffel portioniert. Ich bin ganz gerührt von der Liebenswürdigkeit der Familie, die Kinderfeier in ihre Wohnung zu verlegen, die schöne Vorbereitung, das leckere Essen und das individuelle Eis für jedes Kind. Zum Schluss gab es sogar noch ein kleines Beutelchen mit Naschkram, Luftballons und Knete.
Ich glaube, es war ein wunderschöner Kindertag! 
 
(Mit sehr viel Süßkram, aber auch so viel Spaß. Und auf dem Rückweg hat es nicht einmal mehr geregnet, sodass ich mit dem Rad nicht nass wurde.)
Ich bin bei solchen Treffen immer ein bisschen hin- und hergerissen. Einerseits bedeuten so viele Leute und so viele Kinder für mich wirklich Stress. Besonders die Lautstärke macht mir zu schaffen und ich muss mich konzentrieren, nicht angespannt zu sein(!). Andererseits liebe ich es, sich mit so vielen Freunden und Kindern zu treffen. Es gibt schöne Gespräche und Anregungen und einfach ein nettes Beieinandersein.
Ach, und die Münze wurde am Ende des Tages auch noch wiedergefunden! Juchuu!

Mittwoch, 18. Februar 2015

Ein Experiment

Ich esse gerne Fleisch. Oder auch Wurst zum Abendbrot. Ich bin eine große Frostbeule und insbesondere im Winter ist mir Frischkäse zum Abendbrot einfach zu kalt. Ich trinke auch gerne warmes Wasser... Nun ja, deswegen habe ich Abends oft und gerne Wurst auf dem Brot. Aber auch Grillfleisch oder Gebratenes oder Hühnersuppe mag ich sehr. Jetzt will ich ein Experiment wagen.

Schon länger überlege ich mich mal vegetarisch zu ernähren. Milch, Butter, Käse und Eier sind erlaubt, aber kein Fleisch. Es reizt mich zu erfahren, wie es ist sich über längere Zeit vegetarisch zu ernähren. Bislang konnte ich mich dazu jedoch nicht aufraffen. Nun will ich diese Fastenzeit einmal nutzen, um auf Fleisch und Wurst zu verzichten. Meine Familie beziehe ich nicht mit ein. Ich koche weiterhin so wie bisher, picke mir dann aber die Fleischstückchen raus. Ist also ein bisschen geschummelt, da mein Gemüse dann wohl Seite an Seite zu einem Stückchen Schwein schmurgelte. Naja, das kann ich akzeptieren.
Gerne würde ich die Zeit aber auch nutzen, um neue Rezepte kennenzulernen. Vegetarische Rezepte für leckere, zufriedenstellende, vollwertige Mittagessen, sowie vegetarische Brotaufstriche. Was kann man als Quasiersatz verwenden? Damit meine ich jetzt nicht Soja, sondern andere Alternativen. Dinge, die dem Essen den gewissen Kick geben. Nüsse? Hmm, aber wie?
Ich freue mich über eure Kommentare und Vorschläge und werde weiter von meinem Experiment berichten.

Ganz besonders würde ich aber vier Blogger nach ihren vegetarischen Lieblingswinterrezepten für warmes Essen und oder Brotauftrische fragen und richte mich dafür an:


P.S.: Gerade fällt mir ein, dass wir vor einem Jahr Freunde besucht haben, die sich vegetarisch ernähren. Dabei wollte ich auch schon einmal das Experiment vegetarisch ernähren starten, aber es verlor sich dann im Alltagschaos. Jedenfalls war das ebenfalls im Februar.

Dienstag, 17. Februar 2015

Fasching

Diese drei Optionen standen Le Petit gestern offen: Clown, Handwerker oder Feuerwehrmann.
 Überaschenderweise hat er nämlich Sonntag Abend erklärt, er würde sich gerne als Clown verkleiden, so wie seine kleine Freundin. Nach einem kleinen Schreck, fiel mir dann das passende Outfit ein. Und so zog ich möglichst bunte Kleidung aus seinem Schrank, nähte noch eine Blume auf sein T-Shirt, malte ihm eine rote Nase und rote Wangen und gelte seine Haare nach oben und in alle Richtungen. Tadaa, ein Clown. Er war sehr zufrieden.
Heute morgen legte ich ihm ein Kleidermännchen im Badezimmer zurecht und nachdem er schlecht gelaunt reinkam, lachte und gluckste er und zog sich alleine an. Das hatten wir schon eine ganze Weile nicht mehr. Besonders niedlich, wie er lachend seine Unterwäsche nahm und mit den Worten "Die Unterhose!" anzog. Lieschen ging als Erdbeere. Eindeutig oder? 
Ich denke, beiden hat es gefallen. Ein Freund von Le Petit ging übrigens als Fee.
Leider nur vom Handy aus photografiert.




In der Ecke hinter meinem Sohn soll mal meine Nähecke entstehen! Jupidu!


Freitag, 23. Januar 2015

Vorfreude

spüre ich. Ganz viel Vorfreude. Auf unsere morgige Geburtstags- und Einzugsfeier, auf unsere Gäste, Familie und Freunde. Darauf unser schönes neues Heim zu präsentieren. Und, ich muss es zugeben, ich freue mich auf meine Geburtstagsgeschenke. Mein Mann hat mich ganz entsetzt angesehen. Ich kann mich doch nicht auf Geschenke freuen, sondern auf die Leute! Tue ich ja auch. Aber ich freue mich eben auch auf meine Geschenke. Es sind alles Herzenswünsche, auf die ich  mich schon lange freue =)
Also, morgen Abend wird bei uns gefeiert, dass äh, dass wir uns nur so freuen!

Donnerstag, 13. November 2014

(Fast) ein Tag auf der Baustelle

Endlich ist es soweit, dass wir auch etwas anpacken dürfen. Am Montag haben wir begonnen die Garage zu pflastern. Den heutigen Tag habe ich genutzt, um ein bisschen weiter zu arbeiten. Nicht so einfach in den Tag einzugliedern, aber ich habe eine prima Lösung gefunden. Morgens durch die Novemberstimmung Le Petit in den Kindergarten gebracht und dann mit dem Lieschen im Anhänger gleich zum Haus weitergeradelt. Was bin ich froh um das Pimpen der Fahrräder durch meinen Mann, sodass sie nun motorisiert sind. Die heutige Strecke fasste gleich mal 30 km und das ist keine Ausnahme. Mit dem Anhänger strampelt man da schon ganz schön. Am Haus angekommen, haben wir es ein bisschen beäugt und die Monteure und Bauarbeiter gesprochen. Anschließend sind das Lieschen und ich zu Ikea gefahren. Wir haben uns umgeschaut, zu Mittag gegessen und Kaffee getrunken und ein paar Kleinigkeiten erstanden. Während mein Mädchen dann ihren Mittagsschlaf im Anhänger hielt, konnte ich an der Garage weiterarbeiten. Es war anstrengend, aber es macht Spaß. Nach einer Weile bekam ich auch Unterstützung von meinem Mann. Nach dem Mittagsschlaf hat das kleine Mädchen noch ein bisschen in der Garage gespielt, bis wir uns dann wieder auf den Weg durch den November machten, um den Großen - Le Petit (hehe) - zu holen. Ein schöner, erfüllender Tag. Ich bin dankbar für das schöne Novemberwetter. Etwas trüb, neblig, mit goldenen Blättern von Linden, Weiden und Birken. An der Elbe war es ganz still.
Zum großen 25 jährigen Jubiläum der Maueröffnung letztes Wochenende haben wir tatsächlich die ehemalige Grenze überquert. Wir haben übers Wochenende meine Schwiegereltern besucht, um den Geburtstag meine Schwiegervaters zu feiern. Es war schön, aber kurz. Pessimistisch gesehen haben wir Donnerstag eingepackt, Freitag ausgepackt, Samstag wieder eingepackt und Sonntag wieder alles ausgepackt. Zudem haben wir Freitag und Sonntag den Tag auf der Autobahn verbracht, die 630 km abwärtszählend. Aber so will ich nicht denken. Le Petit hat sich unheimlich gefreut, seine Großeltern wieder zu sehen und wir hatten eine wirklich schöne Zeit.

Freitag, 5. September 2014

Drei Jahre

Lieber J.,

am Wochenende bist du drei Jahre alt geworden. Für dich war es der erste Geburtstag, auf den du dich bewusst gefreut hast und bei dem du Wünsche geäußert hast. Der größte Wunsch war ein Fahrrad. Als du am Samstag Morgen durch die Wohnzimmertür geschlunzt hast, bemerktest du: "Oh, ein neues Fahrrad. Zu wen ist das? Zu Mami?" Süß! Es war natürlich für dich. Ich hab es ja nicht glauben können, aber du kannst tatsächlich schon Fahrrad fahren. Das Aufsteigen und Absteigen fällt dir aufgrund der Größe noch schwer, aber du kannst tatsächlich fahren! Papi und du habt ein bisschen geübt, aber eigentlich war das alles absolut kein Problem für dich. Ich bin völlig baff. Seitdem ist das Fahrrad und die große Schaufel der Hit.

Du bist ein toller Junge. Ich bin immer wieder erstaunt, wie klar und deutlich du dich ausdrücken kannst. Insbesondere drückst du auch deine Gefühle eindeutig aus. Überhaupt bist du sehr gefühlsbetont. Einerseits bist du schnell beleidigt, andererseits aber auch schnell wieder gut gelaunt. Ich selbst komme dabei ganz oft nicht hinterher. Nach wie vor bist du ein totaler Quatschkopf und kasperst gerne rum, mit Grimassen, hüpfen, Augen verdrehen und Quatschwörtern. Deine beiden Schimpfwörter im Moment sind ganz gerne Feuerlag und Rasenmahd (aha). Du badest gerne, hasst es aber die Haare zu waschen, wie sicherlich 99% der anderen Kinder auch. Manchmal dagegen erscheinst du uns beiden schon sehr erwachsen. Du bist offen für andere Leute, Kinder wie Erwachsene, teilst (meist) gerne dein Spielzeug.
Du hast eine sehr ansteckende Art zu lachen. Mein Vater hat dein Lachen letztens mit Timm Thaler verglichen, was ich sehr passend finde. Du bist auch der Einzige bis jetzt, der es schafft deine kleine Schwester zum herzlichen Lachen zu bringen ohne sie zu kitzeln oder ähnliches. Ihr beiden Kinder seid euch beiden einfach viel näher, als wir Erwachsenen es sein können.

Deine Schwester hast du "auf deine Art" gern. Ich bin mir aber sich, dass ihr euch beide bald finden werdet und ihr toll zusammen spielen könnt.

Wir freuen uns deine Eltern sein zu können, haben dich sehr lieb und sind gespannt, wie du dich weiter entwickelst.

Dienstag, 13. Mai 2014

Buttertag

Sonntag hatten wir den ganzen Tag Buttertag, wie Le Petit ernst meinte. Wir haben einen schönen Fahrradausflug gemacht, bei dem mir ein schöner Wiesenblumenstrauß gepflückt wurde. Eigentlich wollte ich an dem Tag gerne ausschlafen, aber ich war wach. Stattdessen bin ich dann zeitig aufgestanden, habe die Kleine gewickelt und angezogen. Mein Mann hat mir in der Zwischenzeit Kaffee und Tee gemacht und den Frühstückstisch gedeckt :-* (das macht er aber eigentlich immer). Als die Kleine wieder müde wurde, habe ich sie wieder hingelegt und hatte dann noch sicherlich eine Stunde Ruhe im Wohnzimmer, in der ich ein bisschen Blogs las und strickte. Chopin lief dabei auf ganz leiser Lautstärke (ich bin sehr lärmempfindlich geworden). Irgendwann stand Le Petit plötzlich im Wohnzimmer und hat was von Buttertag erzählt. Süß =)
Unser Ausflug begann sehr turbulent. Mein Mann war mit Lieschen schon draußen und verstaute sie im Anhänger, um sie zu beruhigen. Ich war gerade im Bad, als es ein unglaublich lautes Rumpeln im Flur gab, gefolgt von panischem Weinen meines Jungen. Er hatte (wieder einmal) alle Schubladen unserer schönen, großen Kommode aufgezogen und plötzlich ist sie umgestürzt. Überall lagen Schubladen und deren Inhalt, dazu mein laut schreiender Sohn. Es dauerte ein bisschen, bis ich mich durch die Schubladen gekämpft hatte und ihn endlich in die Arme nehmen konnte. Ich habe ihn ins Wohnzimmer getragen und immer wieder gefragt, ob ihm etwas weh tut. Er hat nur geschrien und gerufen, dass alles kaputt ist. Ich habe ihm gesagt, dass das jetzt egal ist und mir wichtig ist, dass es ihm gut geht. Da hat er sich langsam beruhigt. Ihm ist nichts passiert. Keine der schweren Schubladen mit der ganzen Kinderkleidung ist ihm auf den Kopf oder die Füße gefallen. Er hatte sich nur erschreckt. Ich habe ihn lange umarmt und gesagt, wie froh ich bin, dass ihm nicht passiert ist. Der Schreck ist mir so in die Glieder gefahren, dass mir ganz schön schlecht war. Über den ganzen Gerümpelkram bin ich dann noch nach unten gegangen, um meinen Mann zu informieren. Le Petit wollte seine Musikente, hat sich ganz viele Spielsachen geschnappt und ins Wohnzimmer gesetzt. Er brauchte Trost. Mit einigem Ruckeln und viel Kraft konnte ich die Kommode dann auch wieder hinstellen und wir haben unseren Ausflug begonnen.

Ja, aber ansonsten war es ein sehr, sehr schöner Buttertag.

Mittwoch, 8. Januar 2014

Ferien zu viert

Jetzt sind die Ferien vorbei. Aber was war das für eine herrliche Zeit. Es war tatsächlich das erste Mal in meinem Erwachsenenleben, dass ich die Tage zwischen den Jahren richtig als solche wahrgenommen habe und genießen konnte. In den Jahren zuvor waren wir immer unterwegs bei der Familie, letztes Jahr habe ich die letzten Seiten meiner Dissertation runtergeschrieben. Dieses Jahr  aber haben wir Weihnachten bei uns zu Hause gefeiert, die Familie kam uns besuchen und wir hatten so viele völlig freie Tage. Herrlich (ein bisschen länger schlafen können wäre noch schön gewesen, aber ich will mal nicht nörgeln). Wir haben die freie Zeit genutzt, um einen kleinen Ausflug in den Spreewald zu machen (fing etwas katastrophal an, wurde dann aber doch noch sehr schön), Spaziergänge zu machen, auf Spielplätzen rumzustehen zu spielen und viel mit Eisenbahn, Müllauto und Feuerwehrauto zu spielen ("Papi, pielen? Papi macht das?"). Es gab jeden Tag gemütliches Frühstück mit Kaffee. Von mir aus hätte das noch ein bisschen so weiter gehen können. Andererseits habe ich mich aber auch auf die Zeit mit meinem kleinen Mädchen alleine zu Hause gefreut, wenn Le Petit wieder in der Krippe ist und mein Mann arbeitet.

An Heilig Abend waren wir zu viert im Kindergottesdienst. Unsere Kleine hat ein paar Mal gequietscht, Le Petit hat das Krippenspiel gebannt verfolgt und wir haben die Atmosphäre in der Kirche genossen. An den Feiertagen wurden wir dann von Familie besucht. Unsere Wohnung war ausgefüllt von Trubel und guter Laune.  Die Anfangszeit mit unserer Kleinen war so anders als mit Le Petit. Sie hat fast nur geschlafen und war ein sehr zufriedenes Kind. Eine Freundin meinte, dass sie ersteinmal in der Welt ankommen muss. Diese Woche wäre der eigentliche errechnete Geburtstermin gewesen. Ich bin so froh, dass sie schon eher zu uns gekommen ist. Die Ferientage als größere Familie (und ich nicht schwanger...) waren wunderschön. 

 Silvester hatten wir ein befreundetes Paar eingeladen und wir haben das Jahr bei Käsefondue und Kinderbowle ausklingen lassen.
Den letzten Ferientag haben wir dann tatsächlich damit zugebracht unser komplettes Wohnzimmer umzuräumen, um mehr Platz zu schaffen. Dabei ist beim Abschmücken unser Baum auf Le Petit gekippt. Der jammerte plötzlich und als wir uns umdrehten, lag der Baum auf ihm. Zum Glück ist das nur einmal passiert und ihm hat es nicht weh getan.
Le Petit und ich stillen unsere Babys.

 
Jetzt beginnt ersteinmal ein neuer Alltag für uns. Ich genieße die (noch?) ruhigen Tage mit dem kleinen Mädchen.

Montag, 9. Dezember 2013

Geburtstagswochenende

Ein schönes und intensives Wochenende liegt hinter uns. Mein Mann hat seinen runden Geburtstag gefeiert. Eingeladen hatten wir zu einem Brunch. Sehr schön war es mit der Familie und Freunden zusammen zu frühstücken. Der angemietete Raum war ideal zum Spielen für die Kinder, während wir gleichzeitig gemütlich sitzen und essen konnten. Mein Mann hat sich über das gemeinsame Frühstück sehr gefreut, obwohl er anfangs eigentlich überhaupt nicht feiern wollte.
Seine Eltern blieben noch ein bisschen länger bei uns, sodass wir gestern Mittag sogar in den Genuss einiger freien Stunden kamen. Die Großeltern sind samt Le Petit zur Parkeisenbahn gegangen, während wir die ruhige Zeit zu Hause genossen haben. Anschließend haben wir den zweiten Advent mit gemeinsamem Kaffee und Grünkohlsuppe zum Abendbrot gefeiert. Ingesamt also ein volles aber auch erholsames Wochenende mit viel Familie und Freunden.

Montag, 2. September 2013

Zwei Jahre

Ein anstrengendes, aber wunderschönes Wochenende liegt hinter uns. Le Petit ist am Freitag zwei Jahre alt geworden. Kaum zu glauben, dass es erst zwei Jahre her ist, dass unser Leben komplett umgekrempelt wurde. Kaum zu glauben, dass uns dieses wunderbare Kind schon zwei Jahre lang begleitet! Wir stellen immer wieder fest, dass wir uns als Familie richtig wohl fühlen. Wie wäre unser Leben, wenn wir immer noch "nur als Paar" leben würden? Anders, sehr anders. Ein bisschen ruhiger und gemütlicher, aber auch etwas langweiliger.

Unser Wurschtel hat am Freitag morgen schöne Geschenke auspacken können. Am tollsten war wohl die Holzeisenbahn. Die hat er am nächsten Morgen nach dem Frühstück im Wohnzimmer wiederentdeckt (war ihm über Nacht wohl entfallen) und er hat voller Freude gelacht! Aber auch über die kleinen Holzpüppchen, das GeburtstagsT-Shirt und sein Lenkerkörbchen fürs Laufrad hat er sich gefreut. In die Krippe durfte er sein Krönchen und Kekse mitnehmen (nach diesem Rezept, sehr, sehr lecker! Allerdings eignen sich Smarties im Backofen nicht so gut...). Nachmittags gab es Eis mit den Großeltern, die extra angereist sind. Am Samstag haben wir mit der ganzen Familie im Park gepicknickt und es gab noch einige weitere schöne Geschenke. Den Sonntag haben wir dann noch für einen gemeinsamen Zoobesuch mit den Großeltern genutzt. Wie gesagt, ein sehr volles, aber schönes Wochenende.
Im Internet hatte ich vor gut einem Monat eine schöne Anleitung für ein Geburtstagskrönchen gesehen. Die Idee fand ich wunderschön und habe für Le Petit ebenfalls eines gestrickt. In zwei verschiedenen Blautönen und einem Grün. Erinnert mich sehr an ein Märchen im Meer, die kleine Meerjungfrau oder so. Die Krone ist noch ein bisschen reichlich, hält so aber dafür länger. Unseren Sommerurlaub in Südbayern habe ich genutzt, um sie fertig zu stellen:


Donnerstag, 24. Januar 2013

Heute ist ein schöner Tag,

denn ich bin wieder ein Jahr älter geworden und wurde heute früh von einem schönen Geburtstagstisch mit Wunderkerzen auf dem Kuchen überrascht. Seit Jahren backt mir mein Mann einen kleinen Kuchen direkt in der Tasse. Darauf und darüber freue ich mich jedes Jahr.
Ich bin gespannt, wie das nächste Jahr so läuft. Es stehen einige Neuerungen an. Ich bin gespannt, wie ich mich weiter entwickeln werde. Das letzte Jahr stand sehr im Muttersein. Ich bin froh, jetzt schon seit anderthalb Jahren Mutter zu sein und habe mich dementsprechend auch um einiges verändert. Andererseits stand letztes Jahr aber auch im Zeichen meiner Doktorarbeit. Ende Februar fing ich wieder an zu arbeiten. Das war am Anfang eine relativ große Umstellung und ich musste mich ganz neu einarbeiten. Jetzt habe ich die Arbeit endlich beenden und einreichen können. Beruflich wird das nächste Jahr völlig anders werden.

Heute Abend machen mein Mann und ich uns es ersteinmal mit einem kleinen Bierchen gemütlich. Große Partygänger sind wir beide nicht.

Freitag, 7. Dezember 2012

Zum Geburtstag viel Glück!

Mein liebster Mann hat heute Geburtstag! Zum Frühstück gab es traditionell leckeren Kuchen, dazu dieses Jahr selbstgemachten Julkaffe (Weihnachtskaffee).
Endlich kann ich jetzt auch die Mütze zeigen, die ich für ihn gestrickt habe. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich sie schon beendet. Die Anleitung kommt von Maria und ist hier zu finden. Gestrickt habe ich mit 4er Nadeln und zwei Wollfäden ( Schurwolle (4) und Polyamid/Viskose (3.5), beides in Finnland gekauft). Sie ist sehr schön dicht geworden, aufgrund des doppelten Fadens in Verbindung mit einer kleinen Nadel, und muss dadurch nicht gefüttert werden.
Das beste aber, sie gefällt meinem Mann und das kleine Label am Rand stört ihn nicht.


 Le Petit hat sie auch ausprobiert. Noch ein bisschen zu groß für Dich, mein Kleiner.