Montag, 4. August 2014

Er hat's nicht leicht

Er hat's nicht leicht. Unser Junge, unser Großer, fast schon drei Jahre alt. Steckt mitten fest in einer Phase zwischen liebevoll, fürsorglich, verständig und bockig, verneinend, zerstörerisch.
Letzte Woche als ich ihn aus dem Kindergarten abholte, entdeckte ich ihn auf der Wiese, wie er Blumen pflückte. Ich stellte mich direkt vor ihn und sagte: "Hallo J." Und als ob er nichts anderes erwartet hättet, als dass just in diesem Moment seine Mami auftaucht, blickte er auf, streckte mir die Blümchen entgegen und sagte:
"Hier, die habe ich gepflückt zu dir!"


Oh, mein Herz quoll über. Auf der Fahrt nach Hause im Auto folgender Dialog:
J: "nuschel nuschel"
ich: "Wie bitte?"
J: "Ich hab mit L. geredet." (mit der kleinen Schwester)
ich: "Ach so, ich dachte, du redest mit mir."
J: "Ich hab zu L. gesagt, ich gehe schon in den Kindergarten."
Geschwisterdialoge :-)

Und dann die andere Seite, wenn er aus dem Nichts heraus seine kleine Schwester, mich, den Papi, ... plötzlich haut, tritt, knufft, schubst, beist, untermalt von den Worten: "Böse! Böser ...(Name einsetzen)". Wenn er aus dem Fenster guckt, festellt, dass es regnet, ich das bestätige und er meint "Nein, es regnet nicht." und erwartet, dass ich das ebenfalls bestätige (wozu ich keine Lust habe). Wenn er den Mund zum Zähneputzen nicht aufmacht, mit Essen herumwirft, wenn er auf der Straße plötzlich stehen bleibt und nicht weitergeht, wenn er einfach sehr anstrengend ist.

Ich möchte zu gern wissen, was in ihm vorgeht. Ich würde diese Phase gerne jetzt beendet wissen. Zu nervtötend und anstrengend ist es mit den zwei Kleinen. Mein Geduldsfaden ist spinnwebenzart und zerreißt viel zu schnell. Der Hausbau tut sein übriges. Meinen Mann erwischt zu oft ein (oder mehrere) unwirsches Wort aus meinem Mund. Zwischen meinen Ohren rauscht es und auf meiner Brust lasten Steine. Manchmal ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass ich die Zeit gerne um ein halbes Jahr vorspulen würde.

Was mich immer wieder lächeln lässt, sind diese wunderschönen Wiesenknöpfe, sowie der Sommerwildblumenstrauß von den Elbwiesen und natürlich ganz besonders die Kindersträuße von Le Petit.


Freitag, 1. August 2014

August

Oh, wie schön ist der August. Der August ist für mich der erste Monat der Überfülle an frischem Gemüse und Obst der Ernte. Natürlich gibt es vorher bereits so feine Dinge wie Spargel, Rhabarber,  Erdbeeren und all die anderen leckeren Sommerbeeren. Die richtige Überfülle der Erntezeit jedoch beginnt für mich im August (als ob ich das beurteilen könnte, in der Stadt lebend ohne Garten und Natur). Wenn die Marktstände überquellen mit Klaräpfeln und Pflaumen, mit Tomaten, Kürbis und Kartoffeln. Ich liebe diese reiche Überfülle. Ein bisschen läutet der August den Herbst ein. Noch essen wir zuckersüße, saftige Melonen und Pfirsiche, doch schon bald werde ich den ersten duftenden, zimtigen Apfel-Pflaumenkuchen aus dem Ofen holen. Und dann dauert es nicht mehr lange bis die ersten Blätter bunt werden und der Wind uns um die Ohren pfeift.
Willkommen lieber August!

Mittwoch, 30. Juli 2014

7 Monate

Meine liebe L.,

die Zeit vergeht und flugs bist du bereits über ein halbes Jahr. Du bist so ein lustiges, liebes kleines Mädchen. Du lässt dich gerne durchkitzeln und lachst dabei ein wunderhübsches Lachen. Du bist zappelig, zierlich und hast ein kleines Gesichtchen, das ganz oft "höh?" zu fragen scheint. Mit einem halben Jahr hast du dich vorwärts bewegen können. Erst hast du dich mit deinen Ärmchen vorwärts gezogen und dabei die ganze Zeit geächzt und gestöhnt wegen der Anstrengung. In Berlin habe ich dich Nachts dabei erwischt, wie du heimlich das Wippen auf den Knien in deinem Bett geübt hast ;-) Nun, zwei Wochen später, robbst du immer mehr mit den Beinen, kannst dich auf die Seite legen und hast eine Hand frei zum Spielen. Manchmal nimmst du beim Wippen sogar die Knie mit hoch. Deine neue Bewegungsfreiheit ist prima und du begibst dich gerne auf Entdeckungsreise und robbst auf begehrte Objekte zu. Dadurch gibt es jetzt auch immer mal einen kleinen Streit mit deinem Bruder, wenn du eines seiner Autos oder Tiere anschaust. Er gibt dir dann aber meist eines deiner Spielzeuge (seine gibt er aber lieber nicht her).

Für Nahrung jeglicher Art bist du auch immer zu haben und protestierst lautstark, wenn wir essen und für dich ist nichts dabei. Mittlerweile ist es sogar so, dass du lautstark protestierst, wenn wir etwas anderes essen. Babybrei ist irgendwie nicht so deins. Du möchtest gerne was zum Kauen haben. Du hast aber noch keine Zähne, mein Mädchen! Ich bin da gerade ein bisschen am hadern, was ich dir geben kann.
 
Obwohl du so zappelig bist, bist du auch verschmust. Du kuschelst dich gerne an jemanden ran und robbst manchmal solange auf jemanden zu, bis es absolut nicht mehr weitergeht und dann noch ein Stückchen :-) Wenn ich dir über den Kopf streichel, dann wirst du ruhig und genießt es. Das Stillen genießt du auch  sehr mit halbgeschlossenen Augen, fuchtelst dabei aber trotzdem noch mit Armen und Beinen rum, sodass du anfängst zu schwitzen.

Ich genieße es, mit dir zu Hause zu sein, insbesondere da ich diesmal die Entwicklungsschritte des zweiten Halbjahres viel besser mitbekomme als bei Le Petit, da damals der Papi Elternzeit hatte.




Dienstag, 29. Juli 2014

Ich habe da mal eine Strickfrage

Letztens habe ich meinen Sommerschal abgekettet. Den Rand des Tuches hatte ich mir selbst überlegt. Inspiriert wurde ich von diesem Schal von SmallThings. Naja, der Rand ist nicht ganz so geworden, wie ich es wollte , aber er war noch akzeptabel. Nicht akzeptabel allerdings war, dass ich unelastisch abgekettet hatte, zu straff und sich dann auch noch der streng rechts gestrickte Schluss eingerollt hat, obwohl ich das Tuch gespannt hatte. Jetzt bin ich wieder am aufribbeln (nach langem Zögern), denn das Tuch möchte ich wirklich mögen. Nur frage ich mich, wie kettet man einen rechts gestrickten Teil ab, ohne dass er sich aufrollt? Kann mir da jemand weiterhelfen?

Freitag, 25. Juli 2014

Kleines Dorf

Letztens war ich zur ersten Eigentümerversammlung unseres neues Zuhauses. Da werden im Stile eines Dreiseitenhofes drei Reihenhäuser mit jeweils drei Familien gebaut. Im Zuge der Versammlung haben wir mal den Kinderanteil zusammengezählt. 15 Kinder werden es sein! Dabei sind fast alle unter 8 Jahren. Hui, das wird ein Spaß und ein Trubel. Ich bin gespannt. Auch auf die späteren Jahre, wenn sie alle ins jugendliche Alter kommen. Da wird es doch bestimmt die ein oder andere Liebschaft geben oder?
Und vorher? Machen sie sich dann gemeinsam auf den Weg zur Schule? Ich denke, dass wird dort gut aufgehoben sind.

Mittwoch, 23. Juli 2014

Ferien im Garten





Die kurzen Ferien sind vorbei, willkommen zurück Alltagsleben. Nur in unserer Erinnerung sitzen wir noch am Feuerlag, naschen an den vielen Beeren, genießen die Sommerglut im schattigen Rasen mit Planschbecken und die Unterstützung/ Spielfreude der Großeltern.

Gestern Abend bin ich gleich nach unserer Ankunft auch gleich weitergefahren zur ersten Eigentümerversammlung unseres zukünftigen Zuhauses. Das erste Mal einen ganzen Abend alleine unterwegs seit Ankunft des kleinen Mädchens und noch eigentlich viel länger.  Ich habe sie genossen, die kleine Auszeit für mich. Ließ mir den Sommerabendwind ins Gesicht blasen auf dem Fahrrad und die Gedanken schweifen (immer zurück zur Familie: sind sie schon im Bett, herrscht jetzt gerade Chaos und beide Kleinen heulen). Alle Sorgen und Bedenken waren völlig umsonst. Als ich "mitten in der Nacht" halb zehn wieder zu Hause eintraf, schlief die U3-Fraktion friedlich, während die Ü30-Fraktion TNG-Videos schaute :-)
So einen Abend muss ich unbedingt wiederholen! Im Kino beispielsweise. Da ergeben sich ja jetzt tausendundeine Möglichkeit. Hui.

Freitag, 18. Juli 2014

Ferien

Heute ist in unserem Bundesland letzter Schultag. Und auch wir beginnen morgen unsere Ferien bei den Großeltern. Mein Mann fährt mal wieder auf Dienstreise und ich habe mich mit meinen Kindern bei den Großeltern einquartiert. Wie schön, dass wir diese Gelegenheit nutzen können, dass wir so willkommen sind. Es soll heiß werden. Wir freuen uns auf Garten, Beeren und Planschbecken.
Ferien!