Dienstag, 9. Oktober 2012

Stoffwindeln adieu

Kurzer Einschub: Ich musste ersteinmal kurz nachsehen, wie adieu geschrieben wird. Eigentlich habe ich adieu ja nur verwendet, weil ich mir nicht sicher war, ob man ade mit Accent schreibt oder nicht. Na, jedenfalls habe ich jetzt auf Wikipedia gelesen, dass das Wort tschüss von adieu abgeleitet wurde. Außerdem "klingt Tschüs ähnlich wie Hallo zumindest in den Ohren vieler Nord- und Ostdeutscher keineswegs respektlos-umgangssprachlich und ist in allen Gesellschaftsschichten und Altersgruppen gebräuchlich" (Quelle). Im Umkehrschluß heißt das ja, dass das in Süddeutschland keineswegs der Fall ist und man damit schon mal schnell einen schlechten Eindruck machen kann.
Fazit: Ade schreibt man ohne Accent, tschüss kommt von adieu kommt von (lat.) adies und sollte man in Süddeutschland wohl lieber durch einen anderen Abschiedsgruß ersetzen.

Aber zum Eigentlichen: Wir sind langsam dabei die Stoffwindeln nicht mehr zu gebrauchen. Le Petit haben wir fast ausschließlich mit Mullwindeln und Überhosen gewickelt. Nur wenn wir unterwegs waren, haben wir auf die Wegwerfwindeln zurückgegriffen. (Und auch das musste ich erst aus Erfahrung lernen, nachdem Le Petits Begrüßung beim Frauenarzt ein ordentlicher Schi** in die Stoffwindel war. Das war ein Spaß... zumal es dort keinen Wickeltisch gibt.) Wir waren sehr überzeugt von den Stoffwindeln, hat prima funktioniert und wir hatten ein gutes Gewissen, da wir so deutlich weniger Abfall produzierten. Einen Trockner haben wir selbstredend nicht, aber die Mullwindeln trocknen sehr schnell, zur Not über Nacht. Nach ca. einem halben Jahr haben wir dann Nachts auch auf Wegwerfwindeln zurückgegriffen (ganz ehrlich: das hätten wir schon eher machen sollen, denn Nachts die Stoffwindeln zu wechseln hat mich so im Nachhinein doch schon ziemlich genervt).

Jetzt geht Le Petit in die Krippe. Wir haben dort gar nicht erst angefragt, ob sie auch mit Stoffwindeln wickeln würden. Würden wir All-in-one Windeln verwenden, hätten sie eventuell sogar zugesagt, aber mit dem Mullwindeln wären wir sicherlich auf Ablehnung gestoßen. Dadurch benutzen wir in der Woche fast keine Stoffwindeln mehr. Am Wochenende kommen sie zwar noch zum Einsatz, aber im Prinzip sind die Wegwerfwindeln auf dem Vormarsch. Sehr schade, denn die Stoffwindeln haben schon Spaß gemacht.

Montag, 8. Oktober 2012

Eine blitzeblanke Kastanie...

...lachte mich gestern in der Waschmaschine an. Das erste (mitgewaschene) Waschmaschinenfundstück bei uns. Ich hoffe, dass sich die Liste nicht zu schnell ergänzt. Vor einem Waschgang gerettet wurde unter anderem schon ein Bilderbuch, Bausteine und ein Wollknäul(!).

Flohmarkt

Am Samstag fand in unserem Viertel ein Flohmarkt von den Bewohnern (für die Bewohner) statt. Wir hatten eine schöne Zeit durch die verschiedenen Hinterhöfe an den Ständen vorbeizubummeln. Als einziger hat Le Petit abgesahnt. Er ist jetzt stolzer Besitzer eines Bobby-Cars! Und er liebt es. Er freut sich, wenn er darin gezogen wird, noch viel lieber aber schiebt er es durch die Gegend.

Außerdem haben wir noch schöne Holztiere gefunden, ein Bilderbuch und ein Steckspiel. Der Ausflug hat sich voll und ganz gelohnt.

Hier sind schon alle Tiere wieder über den Haufen gerumpelt worden, außerdem fehlt die Katze.


Freitag, 5. Oktober 2012

Elternabend

Gestern Abend fand in der Krippe von Le Petit ein Elternabend statt. Gegen 18 Uhr habe ich mich also noch einmal aufs Rad geschwungen. Eigentlich war ich von der abendlichen Fahrradrunde ersteinmal gar nicht so begeistert. Regen fiel mir ins Gesicht und ließ meine Hände kalt werden und der Wind war frisch  und stark. Allmählich aber änderte sich das Wetter. Der Regen hörte auf, die Wolken schoben sich zur Seite, sodass die Sonne doch noch ein bisschen hervorblitzte und alles in ein unwirkliches Licht tauchte.

In der einen Richtung war der Himmel fahlgelb und hellgrau. Die andere Richtung zeigte stürmische Wolken, dunkelblauen und auch hellblauen Himmel. Unglaublich, dieses Herbstwetter! Wirklich wunderschön.



Der Elternabend selbst war amüsant. Bezeichnenderweise kam kein einziger Vater. War an sich auch eine weise Entscheidung der Väter zu Hause zu bleiben, dauerte der Abend doch tatsächlich 2 Stunden! Eine Stunde davon war gänzlich sinnlos, aber das ist wohl immer so. Wären nur die Väter gekommen, hätte der Abend mit Sicherheit auch nur eine Stunde gedauert, dafür hätten die zu Hause gebliebenen Mütter so gut wie keine Information vom Elternabend bekommen. So hingegen sind jetzt sicherlich auch alle Väter genauestens darüber informiert, welche Entwicklungsziele für das Krippenjahr gesetzt wurden.
Die Erzieherinnen hatten für die Elterngruppe einen Zettel vorbereitet, um eMail und Telefonnummer untereinander auszutauschen. Tatsächlich kam aber noch eine Mutter, die ebenfalls einen solchen Zettel vorbereitet und ausgedruckt hatte. Das hat mich schon echt überascht. Zumal die Mutter nicht der Elternsprecher war, denn der wurde erst gewählt. 
Beim Thema Töpfchen kam es witzigerweise kurz zu einem kleinen Streitgespräch. Auf soetwas hatte ich ja gewartet. Als die Erzieherinnen dann aber einwarfen, dass die Kinder letztens alle schon auf dem Topf sassen, "in einem Halbkreis hier im Zimmer", war der Streit schnell geschlichtet und hier und dort konnte man ein "wie süß" hören. Das muss aber auch wirklich niedlich aussehen.
Zum Schluss wurde dann noch fast eine Stunde lang über die Leitung des Kindergartens diskutiert und ich habe mehrmals gedacht:
"Wir sind hier doch nicht im Kindergarten."
Oder doch?

Leider habe ich durch den langen Abend den Anfang der zweiten Hälfte des Filmes "Der Turm" verpasst, was ich sehr bedaure. Ich fand, dass der Film sehr gut gemacht war. Das Buch fand ich beim Lesen sowieso schon spannend und realistisch. Der Film dazu ist eigentlich ganz gut gelungen.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Herbstausflug

Am Wochenende haben wir einen kleinen Ausflug unternommen. Eigentlich war es nur ein Spaziergang. Jetzt in der Zeit des Frühherbstes habe ich immer das Gefühl richtig "auslüften" zu müssen. Dafür brauche ich Weite - zum Herbstfarben gucken, zum Herbstluft genießen, um in die Ferne zu schweifen.
Wir haben einen schönen Rundwanderweg um einen Teich bei uns in der Nähe gefunden. Im Sommer sind wir hier oftmals baden. Jetzt im Herbst gab es Stoppelfelder. Man konnte bis zum benachbarten Schlösschen gucken. Die Herbstfarben sind allerdings noch nicht so weit, wie ich es erwartet hatte. Le Petit hat seinen Wagen erst ein ganzes Stück geschoben, bevor er schön schlafen konnte. Meine gereizte Stimmung hat sich ein klein wenig gelegt. Nur mein Mann konnte nicht ganz so profitieren. Er war am Wochenende gesundheitlich ziemlich angeschlagen und hat sich daher eher durch die Herbststimmung geschleppt. Die Runde war leider etwas zu groß gewählt.
Am Nachmittag habe ich dieses vorzuegliche, superschnelle Clafoutis aux cerises nachgebacken (und vergessen zu Fotografieren, aber ein Blog kann ja auch ohne Bilder leben). Sehr, sehr lecker! Entgegen dem Vorschlag, es leicht gekuehlt zu essen, hat meine verfressene Familie und ich es gleich warm gegessen, was meiner Meinung nach perfekt war. Die Kirschen waren leicht karamelisiert und warm. Ein Traum.

Dienstag, 2. Oktober 2012

Åland: Ausrüstung

Bevor ich mit meinen Urlaubsimpressionen fertig bin, möchte ich gerne noch unseren Campingkocher vorstellen. Das ist nämlich kein gewöhnlicher Gaskocher, sondern ein selber gebastelter Spirituskocher. DIY (do it yourself) quasi. Die Vorteile liegen auf der Hand. Man hat weder dieses elendige Konstrukt aus Kocher und Gasflasche, das sich überhaupt nicht platzsparend verpacken lässt, noch muss man sich auf die Suche nach Gasflaschen mit dem passenden Gewinde machen, falls man sich im Verbrauch verrechnet hat. Spiritus findet man fast überall.

Aber nun im Einzelnen. Der Spirituskocher wird aus zwei Coladosen hergestellt. Man schneidet die unteren Enden ab, steckt sie ineinander und piekst in die Oberseite kleine Löcher und ein Einfüllloch. In das Füllloch wird der Spiritus gekippt und mit einer Münze provisorisch verschlossen. Das Ganze stellt man auf eine Minischale (Bonbonschalendeckel), in die ebenfalls Spiritus kommt. Wenn man diesen Spiritus anzündet, dann erhitzt sich der Spiritus im Inneren der Dosen so stark, dass er verdampft. Das Gas tritt aus den Löchern aus und verbrennt dort. Dadurch wird der Wirkungsgrad deutlich erhöht, als wenn man den Spiritus einfach so verbrennt. Das ganze sieht dann so aus, als habe man einen Mini-Gasherd dabei.


Der Spirituskocher kommt bei uns in einen sogenannten Hobokocher. Unseren Hobokocher haben wir selber gebaut. Der klassische wird nur mit Holz befeuert und funktioniert nach dem Kamineffekt. Das bedeutet, dass kleine Mengen Holz auf einer Art Gitter in der Mitte des Kochers verbrennen. Durch Löcher im unteren Bereich des Hobokochers wird über den Kamineffekt Luft angesaugt, die oben zwischen Topf und Kocher wieder rausgelenkt wird. Die heiße Luft des verbrennenden Holzes wird dadurch direkt in Richtung Topf gelenkt. Der vorhin erwähnte Spirituskocher wird ebenfalls auf das kleine Gitter gestellt, auf das man sonst das Holz legt. Zustätzlich kann man unseren Hobokocher auch noch (Fanfaren, Tusch) zusammenklappen, sodass er ca. A6 gross ist und ca. 5mm dick. Klingt wie eine eierlegende Wollmilchsau, wurde aber auch ziemlich lange von uns durchdacht. Die Version, die wir auf Åland mithatten, ist schon die zweite und hat prima Dienste geleistet. Unterwegs haben wir eigentlich fast immer mit Holz gekocht und konnten dadurch Spiritus sparen. Wenn man mal doch kein Holz finden konnte (im Garten der Pension beispielsweise), dann kam halt der Spirituskocher zum Einsatz.


Und ja, wir haben auch eine Pfanne im Gepäck =)

Montag, 1. Oktober 2012

Gute Küche unterwegs

Wenn wir mit dem Boot oder dem Fahrrad im Urlaub sind, sind meinem Mann insbesondere auch die Mahlzeiten wichtig. Er betont immer, dass das Essen bei Laune halten muss und ein Highlight des Tages sein soll. Und genauso wird es von  uns unterwegs zelebriert. Es kommen die schmackhaftesten Dinge "auf den Tisch". Der anfangende Herbst ist dafür die ideale Jahreszeit. Zum Frühstück haben wir meistens warmen Haferbrei mit Marmelade gegessen. Oft konnten wir den Haferbrei allerdings mit geplückten Beeren verfeinern. Es gibt nichts besseres als warmen Haferbrei mit Honig und frischen Blaubeeren oder Lingon (so ähnlich wie Preiselbeeren) oder schwarzen Johannisbeeren oder frisch gepflückten Äpfeln mit Zimt. 


Abends haben wir ebenfalls immer frisch gekocht. Für die Outdoorküche eignen sich dafür insbesondere Linsen, Couscous, Nudeln oder auch Kartoffeln mit Gemüse. Meist gab es dazu auch Fleisch. Da Frischfleisch sich schwierig transportieren lässt, schnell schlecht wird und außerdem auch ziemlich teuer ist, hat mein Mann zu Hause Trockenfleisch hergestellt. Ist super-leicht, hält sich lange und schmeckt einwandfrei. Ganz besonders schön war es, wenn wir Waldpilze oder Champignons gefunden haben. Der Herbst ist herrlich!

Nicht zu toppen allerdings lässt sich der Apfelkuchen aus Hefeteig, den mein Mann auf einem Campignplatz mit Küche und Ofen gebacken hat.


Ich sag doch, unterwegs ist das Essen ein Highlight des Tages!