Donnerstag, 17. Oktober 2013

Schwangerschaftsgedanken

Heimlich, still und leise bin ich im letzten Drittel der Schwangerschaft angekommen. Morgens fühle ich mich fit und munter. Oft denke ich dann, dass ich mich eigentlich gar nicht so schwanger fühle (es sei denn mein kleines Mädchen tritt mir in die Blase während des Fahrradfahrens, sehr unangenehm). Tagsüber spüre ich das kleine Kind oft, wie es zappelt und strampelt oder Schluckauf hat. Wenn ich eine zeitlang konzentriert arbeite, spüre ich meist nichts. Dann frage ich manchmal besorgt nach innen, ob alles okay ist und bekomme meist prompt eine Antwort.
Wenn sich der Abend nähert, werde ich immer müder und kaputter. Insbesondere kurz vor dem Abendbrot, nachdem ich mir mit Le Petit schon den Mund fusslig geredet habe und selber kurz vor dem Verhungern stehe, bin ich nur noch sehr dünnhäutig. Zum Glück bereitet mein Mann dann ganz oft das Abendbrot vor.
Abends, wenn ich zu Bett gehe, dann fühle ich mich so ausgelaugt und unbeweglich, dass ich mich frage, wie ich die restlichen Wochen überhaupt noch überstehen soll. Meist schlafe ich dann ganz schnell ein. Ich habe das Gefühl, dass durch die Kühle im Herbst das Restless-Leg-Syndrom diesmal viel weniger ausgeprägt ist. Bei Le Petit hat mich das fast wahnsinnig gemacht. Ich lag Abends im Bett, war hundemüde und konnte wegen des Bewegungsdrangs meiner Beine einfach nicht einschlafen. Überhaupt ist diese Schwangerschaft doch in einigen Dingen anders. Obwohl Le Petit schon seit über einem Jahr durchschläft, scheine ich das Aufwachen in der Nacht noch gewöhnt zu sein. Dass ich Nachts (zum Glück nur einmal) raus muss, stört mich fast nicht. Überhaupt habe ich einen sehr leichten Schlaf und wache bei jedem Piep meines Sohnes auf. Trotzdem bin ich morgens meist frisch. So kann es jetzt eigentlich noch bleiben.
 
Im Moment beschäftigt mich die Geburt sehr. Ich versuche mich darauf vorzubereiten. Überlege, was beim letzten Mal eventuell ungünstig war und wie ich das umgehen kann. Schon irgendwie doof, dass man das nicht üben kann! Außerdem frage ich mich regelmäßig, wie das Leben mit Baby und Kleinkind wohl so wird. Unser Fokus ist total auf Le Petit ausgerichtet. Er steht bei uns im Mittelpunkt. Werden wir beiden Kindern gerecht? Machen unsere Nerven dabei mit? Haben wir uns das mit dem zweiten Kind wirklich gut überlegt? Mein Herz sagt immer ja. Manchmal hilft wohl Kopf abschalten...

Kommentare:

  1. ...und dein Herz hat recht! :-) Ich konnte mir auch anfangs gar nicht vorstellen, wie neben diesem einen, ersten, wunderbaren und alle meine Gedanken ausfüllenden Kind noch mal so eines Platz haben könnte - und dann ist es da und alles geht seinen Gang, nur dass man jetzt alles, das Schöne und das Anstrengende, im Doppelpack hat... allerdings ist vieles auch viel leichter als beim erstenmal, einfach weil man sich auskennt und sicherer fühlt.
    Eine gute Zeit und viel strahlende Vorfreude wünscht dir
    Brigitte

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Brigitte,
      es ist immer sehr schön von deinen Erfahrungen zu lesen!
      Ich hoffe auch, dass das neue Kind leichter zu händeln ist, da wir uns diesmal einfach schon auskennen =)
      Das Leben wird durch Kinder schon sehr intensiv werden.
      Liebe Grüße,
      Kathrin

      Löschen
  2. Alles Gute für's letzte Drittel! Das klappt schon mit den beiden. Es findet sich alles, und über manchen chaotischen Tag kann man im Nachhinein noch lachen. ;-)
    Und wenn Le Petit am Anfang ein bisschen aufdrehen sollte - Augen zu und durch. Das ist normal. Unser Großer verbrachte die ersten Wochen als großer Bruder als unsinnstiftender Wildfang. Da war es tröstlich, als die Hebamme meinte, sie kenne das aus vielen Familien und es ginge vorbei. Sie hatte recht. :-)

    Liebe Grüße,
    Doro

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oha, unsinnstiftender Wildfang? Na, wenn es denn auch wieder vorbeigeht, dann können wir das wohl aushalten =) Ich bin gespannt.
      Liebe Grüße,
      Kathrin

      Löschen
  3. Ich bin mir sicher, dass ihr die richtige Entscheidung getroffen habt und ich habe das Gefühl, dass das neue Menschenkind genau das richtige für euch ist. Und auch dem kleinen Wurschtel wird es sicher gut tun, ein Schwesterchen zu haben. Ich kann mir jedenfalls nichts schöneres vorstellen als zusammen mit einer Schwester aufzuwachsen ;-) deine Anne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach meine liebe Anne, das hast du aber schön geschrieben =)
      Danke,
      deine Kathrin

      Löschen