Donnerstag, 15. November 2012

Freund oder Feind?

Ich weiß es nicht genau. Sind wir eigentlich Freunde oder Feinde - das Stricken und ich?
Das Stricken habe ich dieses Jahr im Sommer (sic) für mich entdeckt. Eigentlich konnte ich nicht stricken. Für eine Socke und einen Schal hatte es mal gereicht. Seitdem ich in vielen Blogs aber so wunderschöne Stricksachen sah und außerdem entdeckt habe, dass es unglaublich viele kostenlose Strickanleitungen im Internet gibt, war meine Motivation sehr groß es noch einmal zu probieren. Ich habe mich mit einer ganz einfachen Sache hingesetzt. Habe neu lernen müssen, wie man Maschen anschlägt, wie rechte und linke Maschen funktionieren und letztendlich, wie man Maschen zusammenstrickt und abmascht. Herausgekommen ist ein wunderschöner Weste Pullunder für meinen kleinen Jungen. Was sich dabei ebenfalls entwickelt hat, ist meine Freude am Stricken (diesen Satz hätte ich vor ein paar Jahren niemals von mir erwartet!). Ich mag es Abends mit meinem Mann auf der Couch zu sitzen, das Radio oder den Fernseher an zu haben, und dabei die einzelnen Maschen langsam durch meine Finger zu führen. Es ist wirklich ein langsames Unterfangen. Ich kann nicht sehr schnell stricken. Aber es ist dafür sehr meditativ. Ich kann dabei richtig abschalten. Ich schaffe es sogar, mal an nichts zu denken. Eine Stärke, die eigentlich eher mein Mann besitzt. Und wie ich mich freue, wenn ein Strickprojekt fertig wird. Ich bin meist wie ein kleines Kind ganz stolz auf mich selbst. Einfach weil das noch sehr neu ist für mich und ich jedes Mal erstaunt bin, dass man aus einem einzigen langen Faden mit ein paar Nadeln etwas so schönes, nützliches und robustes schaffen kann. Lange Rede, kurzer Sinn; eigentlich müssten wir Freunde sein, das Stricken und ich.

Ja, wenn nicht solche Abende wie gestern immer mal wieder dazwischen kommen. Als erstes will ich die gewünschte Anzahl an Maschen anschlagen. Nach circa dreiviertel der Maschen stelle ich fest, dass das gewählte Fädchen zu kurz war. Also alles noch einmal aufribbeln und neu anschlagen. Als nächstes stricke ich die erste Reihe, die Maschenanzahl sollte gerade sein. Ist sie aber am Ende eindeutig nicht. Hmpf, gut, dann nochmal. Schließlich bringt mich ein so einfaches Muster, wie 2 links, 2 rechts total durcheinander. Ich kann mir nicht merken, ob ich gerade eben schon 2 links gestrickt habe oder das gerade eben machen wollte. Wenn das Strickobjekt erst am Anfang steht, also erst eine Reihe oder so steht, dann kann ich auch nicht an den schon vorhandenen Maschen sehen, was als nächstes dran kommt. Das Ende vom Lied war, dass ich gestern Abend alles nocheinmal aufgeribbelt habe. Mal sehen, wann ich den nächsten Versuch starte.

Nun ja, ich hoffe aber, dass wir auf lange Sicht doch Freunde werden. Das Stricken und ich =)

1 Kommentar:

  1. Mir ging es anfangs genau so - und jetzt weiß ich auf einmal, ob ich links oder rechts gestrickt habe, auch wenn es die erste Reihe ist. Wart ab, immer dran bleiben und nicht verzweifeln (und im Fall, schreib mir eifnach ein mail, ja?). Stricken ist zu schön, um sich zu ägern ;)
    Alles Liebe. maria

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