Mittwoch, 15. Oktober 2014

Coole Socke

Also manchmal ist Le Petit eine wirklich coole Socke. Zum Beispiel beim Fahrrad fahren macht er sich echt. Am Wochenende ist er doch in der Tat 16 km gefahren. Vor noch nicht mal 2 Monaten hat er das Fahrrad geschenkt bekommen. Davor konnte er nicht fahren. Ich war ja der Meinung, er soll erst mal mit dem Laufrad zuverlässig fahren. Damit bleibt er nämlich dauernd stehen, hört nicht auf uns, fährt in die andere Richtung. Ähm ja. Aber das Fahrrad fahren nimmt er wirklich ernst. Er übt verbissen, freut sich riesig über jeden Erfolg. Er hört auch auf uns und fährt aufmerksamer. Hätte ich  nicht gedacht.

Mittlerweile kann er alleine absteigen. Alleine losfahren klappt noch nicht. Letztens hielt ich ihn am Schlawittchen beim Fahren auf einem schmalen Fußweg, da fuhr er auf einmal im Stehen.
"Sag mal, Le Petit, was machst du denn? Fährst du im Stehen?!"
"Ja, wie der Papi das immer macht."
Jetzt fährt er auch alleine so. Mein kleiner Junge.

Am Wochenende nun die 16 Kilometer. Und dabei die ganze Zeit gequatscht. Ohne Punkt und Komma, ohne Unterbrechung, über dies und das. Und wenn er es dem Papi erzählt hat, dann gerne noch mal im exakt gleichen Wortlaut mir zuschreien, bis auch wirklich jeder alles gehört und angemessen reagiert hat. Zuweilen ein bisschen anstrengend sind sie, die Dreijährigen.
Irgendwann zwischendrin hat er sich an einen Bordstein gefädelt und hielt mit einem Fuß darauf an. "So wie ihr das immer macht, an der Rampel!" ("Jup, mein Kleiner. So machen WIR das. Wir, die wir seit 25 Jahren Fahrrad fahren...")

Naja, manchmal ist er halt ne coole Socke, der Kleine.

Freitag, 10. Oktober 2014

Backflash

Das CERN wurde in den letzten zwei Wochen 60 Jahre alt. Meine alte Arbeitsgruppe veranstaltete deswegen eine kleine Festwoche mit Ausstellungsstücken, Postern, Vorträgen und einem kleinen Film. Um die alten Bekannten mal wieder zu treffen, radelte ich am Dienstag Abend mit dem Fahrrad zur Bibliothek, wo der Vortrag stattfand. Der ganze Abend war ein totaler Flashback für mich. Die alte Arbeitsweg, die gleiche Radstrecke, bei der ich genau weiß, wo ich schnell fahren kann und wo ich aufpassen muss. Dann die Luft in der Bibliothek. Wieviele Stunden daß ich dort und habe gelernt und gerechnet. Meinen alten Chef habe ich wieder getroffen und die Atmosphäre des Vortrags genossen. Sehr schön war es. So ein nostalgischer Uniabend.

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Schwedenluft

Seit Montag sind wir wieder da. Wir hatten einen herrlichen Kurzurlaub in Südschweden. Das Wetter war wunderschön - herbstlich, sonnig, neblig, windig, einfach perfekt. Da wir die lange Anreise zu meinen Schwiegereltern gewohnt sind, war die Fahrt nach Rostock ruckzuck geschafft. Und dann fing er an, unser Urlaub. Le Petit war total aufgeregt und aufgedreht. Mit der Fähre! Die große, große Fähre, bis in den Himmel reicht die. Im Vandrarhem angekommen sind wir nach Schlafenszeit. Schnell wurde Lieschen ins Bett gesteckt und der Große durfte noch ein bisschen aufbleiben. Unsere Kinder sind absolute Urlaubskinder. Es war wunderschön mit ihnen. Sie haben die neue Umgebung genossen, die kleinen Ausflüge ans Meer, zum Hafen, zum Einkaufen. Sie aßen Räucherfisch zum Mittag und unser improvisiert gekochtes Abendbrot. Zufällig habe ich bei Frische Brise gelesen, dass wir den Kanelbullensdag gebührend gefeiert haben und leckere Bullen zum Kaffee hatten (Bemerkung meines Mannes: "Ach so, deswegen waren die auch im Angebot.") Gekauft haben wir sie übrigens in Schwedens südlichster Bäckerei, was überhaupt ein Wunder ist, da es in Schweden fast keine Bäckereien gibt. Am Sonntag Vormittag haben wir dann das Vandrarhem verlassen und haben den Tag bei Sturm am Strand verbracht. Haben Sandburgen gebaut (mein Mann und Le Petit), den Strand untersucht und gekostet (Lieschen) und die Nase in den Wind gehalten (ich). Mittagspause haben wir im Kofferraum und im Windschatten einer kleinen Düne gemacht. Ich konnte ein bisschen stricken und ein Wimmelbuch wurde "durchgelesen". Anschließend waren mein Mann und Le Petit mit den Füßen baden. Oh, was hat sich Le Petit kringelig gelacht, wenn sie vor den Wellen weggerannt sind. Am Nachmittag haben wir einen langen Herbstspaziergang gemacht. Le Petit hat im Kinderwagen geschlafen und Lieschen im Trageteil - frische Luft macht seeeehr müde. Das Licht war ganz golden. Zum Abschluss haben wir uns in Trelleborg eine Pizza gegönnt. Was bei uns die Dönerläden sind, sind in Schweden die Pizzerien. Während der langen Wartezeit auf die Fähre (die erst 23 Uhr ablegte) hat uns Le Petit dann im Auto ein Ohr abgequatscht, bis er dann doch irgendwann (ob du es glaubst oder nicht) eingeschlafen ist. Die Kabine auf der Fähre war grandios (die günstigsten schon ausgebucht). Ein Fenster! Nach vorne! Auf die Fährspitze zeigend! Wir haben zuschauen dürfen wir die große Ladeklappe der Fähre zuging, als wir ablegten. Beide Kinder waren wach und haben sich gefreut (auch Lieschen). Selbst die Nachtfahrt auf der Fähre auf dem schaukelnden Schiff (es hielt sich glücklicherweise in Grenzen) haben beide wunderbar mitgemacht. Morgens haben wir in Rostocks Innenstadt beim Bäcker gefrühstückt, schlenderten noch einmal durch die Gassen, besuchten das physikalische Institut der Uni und fuhren anschließend wieder heim.
Ein wunderschöner Urlaub!

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Wochenende

Wir hatten ein Bilderbuchwochenende, das unbedingt gebloggt werden muss. Samstag kamen zum Mittag Freunde mit ihrem kleinen Sohn, der genau einen Monat jünger als Lieschen ist. Wir haben zusammen gegessen, waren auf dem Spielplatz, haben gemütlich Kaffee getrunken und anschließend sind wir vier noch einmal zum Haus gefahren. Aber da gab's nicht viel zu sehen.
Sonntag sind wir zeitig in den Tag gestartet. Mein Plan war zum Weinfest ins benachbarte Örtchen zu fahren. Nicht gerechnet hatte ich mit Le Petits Plan. Er hat uns das ganze Frühstück vollgequatscht, dass er mit dem Fahrrad gerne in die Heide fahren würde. Wir konnten ihn überzeugen, dass erst Papis Fahrrad repariert werden müsse. Le Petit hat sich alleine angezogen(!!!) und ging mit in den Keller. Als sie wieder hochkamen, ging es mit seinem Vorschlag in die Heide zu fahren sofort weiter. Schließlich kam er mit meiner Tasche und dem Schlüssel meines Mannes an. Er hatte schon mal gepackt und es könne jetzt losgehen. Am Ende kam es mir fast so vor, als ob das schon immer unser Plan gewesen wäre. Gegen 10 starteten wir also unseren Ausflug. Obwohl ich eigentlich lieber an der Elbe längs gefahren wäre, um das herrliche Herbstwetter zu genießen, war es in der Heide herrlich. Die Luft sehr feucht, mal mild und warm. Es erinnerte mich an einigen Stellen sehr an die Sächsische Schweiz. Nur die Felsen und der Blick hat mir so sehr gefehlt (wir müssen im Herbst unbedingt noch wandern!). Als Le Petit sehr, sehr kaputt war, haben wir eine Pause mit Brötchen gemacht. Unser Sohn hat die Pause genutzt, um sich im Turbogang zu erholen. Kaum fertig, wollte er wieder los. Ging schon zu seinem Fahrrad und fragte, ob wir jetzt die Sachen gepackt hätten. Er schaffte sogar noch den ganzen Rückweg und ist somit letztendlich 10 km alleine gefahren. Wir verbaumelten noch anderthalb Stunden auf dem Spielplatz, holten auf dem Rückweg Kuchen vom Bäcker. Spielten und guckten ein bisschen fern. Abends wurden die Kinder gebadet. Sie aßen im Schlafanzug (süß!) Abendbrot und dann saß ich noch mit ihnen und dem großen Liederbuch auf der Couch und sang vor (oh, ich liebe das). Die beiden waren so müde. Wir haben schon zwei furchtbar süße und nette Kinder! :-)
Bilderbuchwochenende!

Und morgen geht es für vier Tage nach Schweden, Südschweden. Vor 8 Jahren waren mein Mann und ich bereits dort - damals frisch verliebt - heute mit zwei Kindern.
Ich glaube, das ist unser erster Urlaub nur zu viert.

Donnerstag, 25. September 2014

Ordnung muss sein

Das kleine Mädchen und ich gehen Donnerstags des Öfteren in eine Krabbelgruppe. Ich hatte dabei die romantische Vorstellung mehr kleine Klatsch- und Bewegunggsspielchen mit ihr zu lernen. Stattdessen wird ein Begrüßungskreis nach Schema F und mit einem gewissen Pflichtmodus abgehalten, ehe dann alle frei spielen dürfen. Naja, nicht so wie ich wollte, aber ich gehe trotzdem weiter da hin, da die Gesellschaft nett ist. Die leitende Frau hat allerdings den Drang auf jedes freie Fleckchen noch ein Spielzeug zu stellen. Letztes Mal hat sie tatsächlich gesagt: "Ich stell' einfach überall ein bisschen was hin... Und hier ist noch Platz..." Seit Le Petit bei uns wohnt (hihi, unser kleiner Mitbewohner), macht mich Unordnung irgendwie sehr nervös und so muss ich die ganze Stunde dagegen ankämpfen erst einmal ordentlich aufzuräumen. Wie kann man denn in dem Chaos noch spielen, wenn man alle Nase lang vom nächsten abgelenkt wird?
Witzigerweise ist mein Schreibtisch(!) auf Arbeit, auf dem eigentlich wirklich Ordnung herrschen sollte, meist sehr chaotisch. Allerdings brauche ich auch einen sehr großen Schreibtisch, um das Gefühl zu haben, nicht die Übersicht zu verlieren. Naja, und unsere Wohnung ist auch Meilen davon entfernt ordentlich zu sein, da kämpft man aber auch gegen Windmühlen. Und dabei kämpfen wir beide, mein Mann und ich. Woher kommt die Unordnung? Entropie...

Mittwoch, 24. September 2014

Mmh, lecker

Gestern gab es bei uns Lauch-Käse-Suppe mit Hackfleischbällchen. Seit ich mit Lieschen zu Hause bin, essen wir unter der Woche zwei bis dreimal abends anstatt mittags etwas Warmes. Ich habe seitdem also reichlich an Kocherfahrung sammeln können. Gestern stand ich also in der Küche und formte die Hackfleischbällchen. Ich ging relativ zügig vor, da Lieschen jederzeit aufwachen konnte und ich dann nicht die Hände voller rohem Ei und Fleisch haben wollte. Während ich Bällchen um Bällchen formte, dachte ich darüber nach, dass ich jetzt wohl kochen kann. Also dass ich nicht unbedingt an ein Rezept gebunden bin, sondern frei kochen kann und mir freihand auch eine mehr oder weniger große Anzahl unterschiedlicher Mittagessen einfällt. Ich freute mich darüber und war auch ein bisschen stolz darauf. Und wie es bei mir immer ist, sobald ich ein klein wenig überheblich werden könnte, wurde ich direkt abgestraft. Die Suppe war viel, viel zu wässrig und hätte noch eine Menge mehr Lauch vertragen können. So habe ich mich mit Lieschen noch einmal auf den Weg machen müssen, um mehr Käse zu kaufen.
Letzten Endes kamen wir so in den Genuss des herrlichen Sonnenscheins und der wunderbaren Herbstluft. Und nachdem die Suppe mehr Käse intus hatte, war sie auch sehr lecker und wärmend.

Sonntag, 21. September 2014

Wochenende

Schwups, schon wieder ein Wochenende rum. Diesmal beide (!) Tage sehr entspannt. Den Samstag haben wir mit dem Üben von Fahrrad fahren, sowie mit Pfützen hüpfen und darauf Schiffchen segeln lassen verbracht. Heute waren wir wegen des starken Regens den ganzen Vormittag zu Hause. Die Eisenbahn wurde wieder ausgepackt und in der Mittagsstunde habe ich ein neues Buch mit Le Petit angeschaut. Nachmittags sind wir wieder Fahrrad gefahren, haben Kastanien gesammelt und in die Elbe geworfen. Schön war's.
O-Ton Le Petit auf dem Rückweg mit dem Rad: "Mami, das war aber schön!"