Mittwoch, 3. April 2013

Beim Trödler

Heute morgen war ich zum ersten Mal bei einem Trödler. Zu oft lese ich von all den Schätzen, die von Flohmärkten und Trödlern nach Hause getragen werden. Ich sehe kleine feine Spitzendeckchen und hübsche Tassen und feine Leinentücher. Und dann stehe ich dort zwischen den staubigen Regalen mit all dem Krempel darin. Ich entdecke alte Tischdeckchen. Alle sind gelb und speckig oder aus hässlichem Plastikgarn. Fällt mir eines in die Hände, das doch ein bisschen ansehnlicher ist, dann stelle ich mir vor wie es auf dem von mir erdachten Platz bei uns zu Hause liegt, seufze und denke "Ach nee". Irgendwie ist es doch nicht so meins. Ich bin nicht so verspielt, ich halte nicht viel von Dekoration, obwohl ich mir bei uns manchmal ein bisschen mehr wünschen würde. Nur weiß ich dann wieder nicht wohin damit.
Wahrscheinlich werde ich weiter die Bilder auf anderen Blogs bewundern und mir ein bisschen wünschen, das es bei uns auch manchmal so aussieht. Aber insgeheim weiß ich jetzt wohl, Trödler sind nicht so meins (Flohmärkte schon eher) und Dekorieren liegt mir nicht.

Dienstag, 2. April 2013

In den Schlaf finden oder eben nicht

Unglaublich, gerade eben habe ich meinen Sohn über einen Stunde "in den Schlaf begleitet", wie manche Mütter sagen würden. Aus meiner Sicht saß ich neben ihm, legte ihn gefühlte tausend Mal wieder hin und hielt Händchen. Ja, Händchen halten ist süß und es ist auch total schön anzusehen, wie einem Kind langsam die Augen zufallen und es in den Schlaf gleitet. Aber ich muss mir das nicht jeden Tag ansehen, vom kalten Schlafzimmerboden aus, eine ganze Stunde lang. Wenn mein Mann Le Petit ins Bett bringt, legt er ihn hin, singt zwei Schlaflieder, sagt Gute Nacht und geht raus. Probiere ich das, dann ist Drama angesagt. Sein Kuschelschaf fliegt aus dem Bett und anschließend wird herzzerreißend danach gerufen. Bleibe ich da und schimpfe, wenn er dauernd wieder aufsteht, dann lacht er und denkt, es sei Spaß! Uff, so kann es nicht weitergehen. Ich habe danach einfach keine Energie mehr und der Tag ist gelaufen. Ich wollte eigentlich endlich ein Kleid für mich zuschneiden. Jetzt bin ich zu müde und lustlos.

Kein Student mehr

Seit gestern bin ich nun offiziell kein Student mehr. Ich muss zugeben, dass mich das irgendwie ein wenig erschreckt. Seit 9 1/2 Jahren hatte ich jetzt den Status 'Student'. Ich habe im Ausland studiert, mein Diplom gemacht, ein Kind gezeugt geboren, Mutterschutz und Elternzeit genossen und letztendlich meine Doktorarbeit aufgeschrieben und verteidigt. Und nun - plötzlich - bin ich kein Student mehr. Das heißt: kein Semesterticket mehr, voller Preis in der Mensa und die Frage, ob es bei Eintritten auch Ermäßigung auf Studenten gibt, erübrigt sich. Ich werde in unserem örtlichen Schwimmbad eine Karte als 'ganz normaler Mensch' kaufen. Nein wirklich, ich war so lange Student, das Gefühl keiner mehr zu sein, ist völlig neu.
Meine Schwiegermutter hat es richtig in Worte gefasst: 'Dafür bist du jetzt promoviert'. Stimmt, aber daran habe ich mich auch noch nicht gewöhnt.

Donnerstag, 21. März 2013

Kopf unter dem Arm

Morgens, wenn wir alle aus dem Haus gehen, Le Petit ein bisschen rumquengelt und wir einfach irgendwie hektisch sind, dann tragen wir unseren Kopf gerne unter dem Arm - sprich, wir vergessen einfach so einiges. So blieb in letzter Zeit öfters Le Petits Matschhose zu Hause (ich hab sie extra an die Klinke gehängt und dann morgens einfach die Tür geöffnet ohne die Hose zu beachten tss...) und einer von uns musste noch einmal zurück. Sehr nervig und zeitraubend. Umgedreht hatten wir auf dem Rückweg vom Kindergarten oft eine Menge Kram in den Händen (nasse T-Shirts usw.). Damit ist jetz aber Schluss! Jetzt hat Le Petit einen schicken Beutel, in den wir alles nötige einfach nur reinstopfen müssen um ihn dann an der Tür hängen zu lassen. Im Prinzip ist es ein einfacher Turnbeutel mit Boden. Den Stoff habe ich bei meinem letzten Einkauf bei I.KEA aus der Restekiste gefischt. Innen blitzt fröhlich leuchtendes Gelb entgegen.

Als Kind eines Seglers und einer Kletterbegeisterten ist die Kordel natürlich mit einem Achterknoten gesichert =)

Ich liebe die fröhliche Aufmachung des Beutels. Sie bringt viel mehr Farbe in den Tag. Die frei-Schnauze gewählte Größe hat sich auch gleich als ideal erwiesen, passt sogar eine ganze Windelpackung rein.

Montag, 18. März 2013

Die Leidensgeschichte des selbstgebackenen Brotes...

...hat seit heute ein Ende!
Ich backe sehr gerne Brot. Nur das Brot wusste das bis jetzt nicht so recht. Mit Brotmischungen habe ich kein Problem. Die gelingen meistens. Aber über den Schritt bin ich ja eigentlich schon hinaus. Wenn schon Brot selber backen, dann bitte mit selber angesetztem Sauerteig. Das ist eigentlich nicht schwer. Kann man im Internet überall nachlesen. Ich hege meinen Sauerteig. Ich fütter ihn und hätschel ihn. Und nach vier Tagen habe ich eine fröhliche Matsche, die schön säuerlich duftet. Eine sämige Masse in beige. Einfach unglaublich, jedes Mal wieder, wie aus Roggenmehl und Wasser einfach so Sauerteig wird. Ich mag den fein-obstig-säuerlichen Duft des Teiges mit den kleinen Bläschen. Bis zu dieser Stelle gelingt mir das Brot backen eigentlich immer (obwohl ich relativ schludrig mit den Mengenangaben bin, aber an sich ist die exakte Menge wohl nicht so wichtig). Naja, ab jetzt wirds heikel. Im Rezept steht jetzt, dass man noch Weizenmehl und Roggenmehl (klar, soll ja ein Mischbrot werden), Wasser und Hefe hinzugegeben werden muss. Häh? Hefe? Ich hab doch aber den Sauerteig. Quatsch, brauch ich nicht, außerdem hab ich gar keine frische Hefe da. Geht auch so! Und 50 Minuten später hole ich ein plattes Brot aus dem Ofen, das eine gefühlte Tonne wiegt und sich im Mund wie Gummi anfühlt - lecker!
So mein letztes Brotbackerlebnis.
Dieses Mal wird alles anders =) Ich hab Hefe da, den Teig knetet die Knetmaschine und nicht ich selbst und nach nur drei Stunden (haha) hatte ich wundervolles Brot.

Brot, das nicht klitschig ist, das duftet, eine tolle Kruste hat und ein tolles Innenleben. Hmm, das war lecker! Allerdings stelle ich mir (wie immer nach dem Brotbacken) die Frage, ist das überhaupt sinnvoll - Brot selber zu backen? Die ganzen Strom- und Wasserkosten (zum Säubern)? Da sind Bäckereien schon sinnvoller. Naja, ich erfreue mich an meinem Brot!



Donnerstag, 14. März 2013

Kopf in den Sand?

Letztens kam auf Arte eine Sendung über Aluminium. Es wurde die These aufgestellt, dass Aluminium Auslöser für Allergien, Brustkrebs und Alzheimer sein kann. Viele Deos enthalten Aluminium-Verbindungen, da diese die Haut zusammenziehen lässt, wodurch sich die Drüsen verengen. Ich lehne mich ein bisschen zurück und denke, wie gut es ist, dass wir keine normalen Deos verwenden, sondern einen Alaunstein, als mein Mann neben mir erwähnt, dass jener Alaun auch eine Aluminium-Verbindung ist. What?! Wir saßen ziemlich betroffen vor dem Fernseher, fanden wir den Alaunstein doch ziemlich praktisch. Es ist ein natürlich gewachsener Kristall. Enthält kein Alkohol und meine Haut reagiert darauf überhaupt nicht empfindlich. Es gibt auch normal käufliche Deos mit Alaun, wir haben aber in Marokko mal ein paar Steine gekauft und hatten ihn bei uns im Bad in einer Seifenschale liegen. Und dieser Stein ist jetzt wohl, trotz seiner Natürlichkeit, überhaupt nicht gesund zur Verwendung.

Ich glaube, ich möchte mir solche Dokumentationssendungen nicht mehr anschauen. Man erhält so viele Informationen, welche Dinge entweder direkt für  micht selbst schädlich sind oder die über ihre Produktion Schaden anrichten. Ich habe manchmal ein bisschen das Gefühl den Überblick zu verlieren. Was kann ich guten Gewissens verwenden? Womit schade ich der Umwelt oder anderen Menschen?

Am liebsten würde ich mich auf einen Berg (*zwinker*) oder eine Insel verkrümeln und den Kopf in den Sand stecken.

Gestern gleich habe ich ein Deo gekauft (das erste seit zweieinhalb Jahren, der Alaunstein war sehr, sehr ergiebig), ohne Alkohol, ohne Aluminium (ohne alles?).
Heute scheint wenigstens mal die Sonne. Wunderschönes Wetter draußen!

Mittwoch, 13. März 2013

Hosen an!

Neulich habe ich meinen Egoshooter wieder ausgepackt, wie mein Mann meine Nähmaschine aufgrund ihrer charakteristische Geräusche mal genannt hat. Schon lange lockt es mich eine Hose für Le Petit zu nähen. Den Großteil seiner Kleidung kaufen wir einer Kollegin meines Mannes ab. Das ist für uns erstens recht günstig (zeitlich und preislich), zweitens wird die meist recht hochwertige Kleidung so noch einmal gut genutzt. Die Farben der Kleidung ist allerdings recht dunkel und insgesamt ist sie an Erwachsenenkleidung orientiert. Bei Klimperklein bin ich allerdings auf einen tollen Schnitt gestoßen.

Den Stoff habe ich von I.KEA, witzigerweise ist er schwarz (zwar mit bunten Streifen), wo ich mich doch gerade über dunkle Kinderkleidung beschwert habe. Allerdings fand ich ihn recht dünn, sodass ich die Hose gefüttert habe. Womit? Mit dem gleichen Stoff nochmal! Ich ärger mich so, dass ich nicht auf die Idee kam, sie mit Jersey zu füttern. Jetzt ist die Hose recht steif, etwas zu dick und mit Jersey wäre sie innen viel angenehmer zu tragen... Naja, beim nächsten Mal!

 Die Taschen, die ich von der ursprünglichen Variante stark abgeändert habe, sind ein wenig schief geraten. Was soll's. Ich bin kein Profinäher und keiner wird sich dran stören. Die Taschen befinden sich im Übrigen vorne, auch wenn sie wie Hintertaschen aussehen. Um dem Ganzen doch noch ein bisschen mehr Farbe zu geben, habe ich hellblaue Bündchen genommen. Mit der Passform bin ich zufrieden, auch ließ die Hose sich gut nähen. Ich hätte allerdings gut eine Nummer größer wählen sollen! Das passiert mir übrigens immer bei Kleidung für Le Petit, außer bei Mützen, die werden meist einen Tick zu groß...
Es ist schon ein sehr schönes Gefühl, Kleidung selber zu nähen!

Und so sieht meine Strickjacke mittlerweile aus: