Donnerstag, 4. Februar 2016

Ranunkeln



Drei Jahre ist es jetzt her, dass ich unser kleines Pünktchen verloren habe. Ich kann mich an die Zeit erinnern, als sei es gestern gewesen. Und auch wenn es erst 8 Wochen alt war, gehört es für mich zu eine der schmerzhaftesten Erfahrung. Die erste Schwangerschaft mit Le Petit verlief problemlos, so war ich mit Pünktchen absolut zuversichtlich. Es hat lange gedauert, ehe ich die Schwangerschaft mit Lieschen im Herzen angenommen habe. Ich wollte nicht wieder so enttäuscht werden.


Das klitzekleine Kind habe ich an einem Samstag verloren. Am Montag hatte ich ein Bewerbungsgespräch, drei Wochen später war die Verteidigung meiner Doktorarbeit. Es war keine leichte Zeit. Mein Körper musste einiges mitmachen.
Wir - damals noch zu dritt - haben jeder eine Ranunkel in den Fluß am Krankenhaus gelegt und zugesehen, wie sie davon schwimmen. Dieses Jahr muss ich besonders oft und lange daran denken. Dieses Jahr kommen mir besonders viele Tränen.
Manchmal sehe ich meine Kinder an und denke: "Ihr lieben Kinder, eigentlich sollte da noch jemand anders sein." Aber dann merke ich, dass wir Lieschen sonst nicht hätten.
Es ist gut so!

Kommentare:

  1. Schön, dass auch dieses Kind einen Platz in eurem Herzen hat - bei uns gab es ja auch einen Zwischenversuch, aber da es dabei nie wirklich zu sehen war, ist es eigentlich (fast) gar nicht da ... aber nur fast

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    1. Wie du sagst. Dieses "fast" macht einen großen Unterschied im eigenen Herzen aus. Auch wenn es nur 8 Wochen alt war. Die Vorfreude, die Gedanken...
      Liebe Grüße,
      Kathrin

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  2. Ich kann es nur ein wenig nachvollziehen, weil wir um jedes unserer 3 am Anfang oder zwischendurch ein bisschen gezittert haben. Ich bin dankbar, dass sie alle 3 heil angekommen sind und kann mir nur vorstellen, wie traurig es macht, wenn man eins verabschieden muss. Da geht ein Stück von einem selbst, so klein es auch ist. Ich finde es gut, wie du damit umgehst. Es im Herzen behalten, aber das Gute sehen trotz allem.

    Liebe Grüße, Doro

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  3. Ich finde es übrigens auch gut, dass ihr Le Petit ja offenbar an dem Abschied habt teilhaben lassen. Oft liest man, dass man so kleinen Kindern erst vom Baby erzählen soll, wenn man den Bauch sieht und ähnliches. Wir haben unsere immer von Anfang an einbezogen. Sie spüren doch, dass irgendwas los ist, und können sicher am besten damit umgehen, wenn sie, so weit das Verständnis reicht, wissen, was es ist. Gerade auch, wenn es traurig wird. Dann können sie nichts Negatives auf sich beziehen. Und nach unserer Erfahrung verstehen auch minikleine werdende Geschwister mehr, als man denkt.

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    1. Naja, wir haben ihn eigentlich nicht daran teilhaben lassen. Zwar durfte er auch sein Blümchen in den Elbe werfen, aber ich habe ihm nichts von dem Verlust erzählt. Er war damals noch so klein. Sicher, einen Teil hätte er wohl verstanden. Dieses Jahr habe ich überlegt, ob ich den Kindern davon erzähle und es dann doch nicht übers Herz gebracht... hach...
      Liebe Grüße,
      Kathrin

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