Mittwoch, 15. Juli 2015

Gelähmt

Die letzten anderthalb Wochen war ich wie gelähmt. Fassunglos vom Tod eines kleinen Jungen. In Gedanken war ich bei seiner Familie. Stellvertretend für sie habe ich mich gefragt, wie sich jetzt die Erden weiter drehen soll, warum andere lachen können, wieso das passiert ist. Ich wollte meine eigenen Kinder an mich drücken und sie nicht wieder loslassen. Stattdessen war ich ungeduldiger und gereizter als sonst. Noch immer werden meine Augen feucht, wenn ich an den Jungen denke. Vor kurzem saß er noch auf der Schaukel und planschte im Wasser.
Aber die Erde dreht sich weiter. Ich bin weiterhin in Gedanken bei der Familie und wünsche Ihnen viel Kraft da zu ertragen.

Und auch bei uns geht das Leben weiter. Am Wochenende zog eine kleine Katze bei uns ein - Mohrle, auch wenn sie keine schwarzen Ohren hat. Die Kinder haben sich so gefreut und freuen sich noch. Wir verbrachten die Zeit im Garten (ich habe Holz gehobelt! Cool!), aßen Eis, fuhren Fahrrad, ernteten Kartoffeln und streichelten die Mietze. Es war ein sehr schönes und ruhiges Wochenende.
Die Kartoffeln waren superlecker und Le Petit hat am Montag gleich nocheinmal nach Kartoffeln gegraben (und wir wollen die doch noch in der Erde lassen!). Er erntet sowieso sehr gerne und ausgiebig. Die Tomaten haben fast keine Zeit richtig reif zu werden bzw. auch auf unserem Tisch zu landen. Wir schwanken da immer ein bisschen. Einerseits ist es schade, dass die Tomaten gar nicht ganz ausreifen (und wir kaum was abbekommen), andererseits ist so schön, dass er das Gemüse mag, Salat kauend durch den Garten geht und überhaupt sieht, wie die Pflanzen wachsen.

Gestern Abend als die Kinder im Bett waren, gab es ein lautes Geräusch aus dem Kinderzimmer. Ich dachte Le Petit hätte (mal wieder) ein Buch aus seinem Bett geworfen. Es stellte sich aber heraus, dass er aus dem (Hoch!)Bett gefallen war. Er weinte gar nicht, sondern saß auf dem Boden und fummelte an einer Schnur. Erst als wir nach ihm sahen, fing er an zu weinen. Es stellte sich heraus, dass das nicht das erste Mal war (scheinbar wirft er doch seltener als ich dachte die Bücher raus). Uffa, er ist hart im Nehmen. Zum Glück ist dabei noch nie was passiert.

Kommentare:

  1. Bitte unbedingt eine Kindersicherung beim Hochbett einbauen, am besten sofort und noch heute.
    http://www.urbia.de/magazin/recht-und-finanzen/verbrauchertipps/ein-hochbett-fuer-das-kinderzimmer

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  2. Ich verstehe dich, mir gehen so unfassbar traurige Geschichten auch lange nach und lassen mich in einem ganz seltsamen Nebel leben. Und man will dann immer ganz oft und fest seine eigenen Kinder im Arm halten. Dieses Glück ist zerbrechlich, auch wenn es oft so selbstverständlich erscheint. Und anstrengend ist.
    Bei uns im Garten wird auch gern geerntet. Wenn es darum geht, auf meinen Beeten Unreifes zu pflücken, werde ich aber streng. Das mag ich gar nicht. Es muss gefragt und gehorcht werden. Mir ist es sonst zu schade um die Mühe, wenn man am Ende nicht den vollen Genuss bekommt. Die Kinder haben eigene Hochbeete. Da dürfen sie ernten, was sie wollen. Und Kräuterblätter und Schnittlauchhalme kosten sie auch gern. Davon ist genug da, da dürfen sie auch mal "grasen". :-)
    Unser Großer ist auch mal aus dem Hochbett gefallen, allerdings nicht, als er schlafen sollte, sondern als er unerlaubterweise da tobte. Rückwärts aus dem Stand. Unten kam er hinterrücks mit dem Gesicht auf. Ich musste das mit ansehen, konnte doch nichts mehr tun und dachte, jetzt hätte er sich den Hals gebrochen. Mir war so schlecht! Zum Glück kam gleich mein Mann und überprüfte alle Lebensfunktionen. War alles gut, bis auf ein geschwollenes und blaugeschlagenes Gesicht. Puh! Kind meinte auch, es wäre ein Glück, denn er wollte doch noch ein langes Leben haben. Bei unseren Hochbetten sind die "Geländer" ziemlich hoch. Ich hatte aber, als die Kinder noch kleiner waren, zumindest eine Gardine davor angebracht. Meine Angst war nämlich, dass sie im Halbschlaf vergessen könnten, dass sie da oben sind, sollten sie z. B. zur Toilette müssen. So würden sie zumindest fühlen, dass da etwas ist, und sich erinnern. Bis auf den erwähnten Tagesunfall ist bisher nichts passiert.

    LG Doro

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    1. Die eigenen Hochbeete der Kinder ist eine gute Idee. Sie sind selbst veranwortlich und dürfen eben auch selbst ernten.
      Der Unfall deines Jungen klingt auch gruselig. Mich überascht seine eigene Weitsicht, er wolle doch noch ein lange Leben haben.
      Hoffen wir, dass auch bei uns nie etwas passiert.
      Liebe Grüße,
      Kathrin

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