Donnerstag, 28. Mai 2015

Das Experiment

Wie lange ist es schon her, dass ich mein Experiment begann? Es war zu Anfang der Fastenzeit, also vor nunmehr 14 Wochen. Hoppla, die Zeit vergeht einfach zu schnell. Ich wollte die Fastenzeit nutzen mich einmal vegetarisch zu ernähren. Mich reizte der Gedanke schon länger, fand aber nie den richtigen Zeitpunkt das einfach mal auszuprobieren. Ich habe eine kleine Runde an Bloggern um Unterstützung gebeten und bekam dabei tolles Feedback von 60°Nord und KleinesHausamSee. 60°Nord schrieb eine lange Liste an vegetarischen Gerichten der deutschen Küche, viele leckere Wintersalatvariationen und noch vier Lieblingsrezepte. Besonders die Cashewbällchen haben bei uns großen Anklang gefunden! Ich hab sogar ein Bild davon gemacht. Aber das schlummert schon seit Ewigkeiten auf der Karte. Ich hab's nicht so mit Bildern von der Kamera auf den Computer übertragen. Außerdem brachte sie mir den Begriff Flexitarier, also Leute, die versuchen so wenig Fleisch wie möglich zu essen, bei Besuch oder besonderen Anlässen aber auch mal nicht-vegetarische Gerichte zu sich nehmen. Den Begriff hatte ich schon einmal von einem Freund gehört. Dachte aber, er hätte sich den ausgedacht. Scheint also ein allgmeingültiger Begriff zu sein.
KleinesHausamSee brachte ebenfalls zwei leckere Rezepte, welche ich aber beide leider noch nicht ausprobiert habe. Vielen lieben Dank ihr beiden für euren Aufwand und die Hilfe!
Eine große Fundgrube sind ebenfalls die Rezepte von Jademond und Ringelmiez, beide leben vegan. Außerdem schaue ich mir immer mal wieder auf dem Blog einer in Frankreich Lebenden an, die ebenfalls unglaublich gute vegetarische Rezepte bringt. Viele Rezepte habe ich bei Pinterest gesammelt.
Zu Anfang der Fastenzeit tat ich mich tatsächlich ganz schön schwer. Ich hatte ständig Appetit auf Salami oder Schinken, aß einmal aus Versehen eine Hackfleisch-Lauchsuppe oder musste angekaute Wurst von Le Petit essen. Glücklicherweise zog mein Mann mit und verzichtete ebenfalls auf Wurst und Fleisch, sodass ich wenigstens nicht mehr so großen Appetit auf Salami zum Abendbrot hatte. Das Kochen am Wochenende fiel mir sehr leicht, dank vieler grandioser leckerschmecker Rezepte. Insgesamt fiel mir auf, dass ich mich nach dem Essen meist viel besser fühlte. Ich war nicht so träge und schlapp und mein Magen war nicht so schwer.
Die Fastenzeit endet ja bekanntlich Ostersonntag. Bereits Gründonnerstag sind wir zu meinen Schwiegereltern gefahren. Aus Rücksicht habe ich mein Experiment verschwiegen und so habe ich bereits zum Karfreitag das Vegetarierdasein mit einem Hackbraten beendet.

Was bleibt? Das Experiment hat mir sehr gut gefallen. Der anfängliche Fleischappetit ebbte langsam ab. Auch jetzt bleibe ich dabei und esse so gut wie kein Fleisch - bin also Flexitarier, um das Wort noch einmal hervorzukramen. Nicht nur, dass ich mich dadurch besser und leichter fühle, es ist auch günstiger und (meiner Meinung nach) vielfältiger (hier noch ein paar Sesamkörner drüberstreuen, da ein kleiner Salat und Radieschen aufs Brot). Ich habe neue Erfahrungen gemacht, Frischkäse selber hergestellt. Trotzdem gibt es ab und an etwas Fleischiges. Letztens beim Wandern hatte ich für jeden zwei Wiener eingepackt, vor ein paar Wochen grillten wir (Fleisch) und dieses Wochenende gabs kleine Nürnberger. 
Was ich auf aber auf keinen Fall mag, ist jede Art von Tofu. Es schmeckt mir einfach nicht bzw. empfinde ich die Konsistenz als eigenartig. Ich finde es sowieso seltsam, dass so viele Fleischersatzprodukte angeboten werden. Vegetarische Würstchen oder so. Da schüttelt es mich. Was soll da drin sein? Dann lieber Halloumi oder so.

Kommentare:

  1. Schön, dass du dein Experiment so gut und v.a. bereichernd geschafft hast. Mir geht es so wie dir - ich gehe jede Woche 45 (!) Stunden arbeiten, damit ich Geld verdiene, um mir Sachen zu kaufen, die ich mir Freude gerne selber machen würde. Mal schauen, was die Zukunft bringt. Achja, und Tofu mag ich auch nicht!!! :-)
    Herzliche Grüße, Barbara

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    1. Ja, schon irgendwie echt verrückt. Und im Moment mag ich es so leider nicht, obwohl ich nur 30 Stunden arbeiten gehe. Ich habe aber auch Angst, dass ich nicht wieder ins Berufsleben finde, wenn ich jetzt zu Hause bleibe...
      Liebe Grüße,
      Kathrin

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