Mittwoch, 21. Januar 2015

Hin und her gerissen Teil II

Um diesem Januar gerecht zu werden, lege ich gleich noch Teil 2 der Hin und her gerissen Serie nach. Wenn beide Kinder weinen, kann ich ihnen einfach nicht gerecht werden. Erst gestern Nachmittag lief es wieder so. Beide saßen im Flur auf der Treppe, beide wohl etwas malad und eben erst aufgewacht nach einem Schläfchen im Anhänger. Sie heulten also, während ich sie auszog. Sie heulten lang, ausgiebig und laut. Jegliche Tröstungsversuche schlugen fehl. Kein Problem, dachte ich, dann legen wir uns zu dritt ins Schlafzimmer aufs Bett und kuscheln schön (hahaha). Ich schleppte also beide gleichzeitig die zwei Treppen ins Schlafzimmer hoch (als Mama braucht man Muckis). Wir legten uns aufs Bett. Ich bin ja groß genug (dachte ich), dass an jeder Seite einer kuscheln kann, und legte meine Arme um sie - großes Geschrei. Ich schuckelte und versuchte ein bisschen zu singen (hallo, hört mich jemand?), während Le Petit auf mich drauf krabbelte und dann weiter auf die Seite des Mädchens und versuchte sie zu verdrängen und platt zu machen. Ich schimpfte ein bisschen (da kann auch ich nicht mehr ruhig bleiben) und hob die Kleine auf die andere Seite. Sofort begann Le Petit wieder auf mich drauf zu krabbeln, um seine Schwester platt zu machen. Ich schimpfte wieder, versuchte zu streicheln und zu trösten (man merke: hin und her gerissen). Letzten Endes lief Le Petit heulend aus dem Schlafzimmer und rief nach Papi. Kaum war er draußen, hörte auch das Lieschen auf zu weinen und ich seufzte. Kann ich denn nicht beide trösten und mit beiden kuscheln?
Und warum passiert es eigentlich meinem Mann nie, dass er auf dem Boden hockt oder kniet und von beiden belagert wird und die sich derweil anknurren und hauen (alle beide!).
Da denkt man als Mutter man hat zwei Arme für beide Kinder und dann ist das doch nicht genug. Mit dieser Erkenntnis kann dann eigentlich auch ein drittes Kind her... ;-)
(Wie geht's denn den drei- oder vierfach Müttern so?)
Sicherlich müssen sie nur noch ein bisschen wachsen und dann ziehen sie aus können wir auch zu dritt kuscheln (oder nehmen gar den Papi noch mit dazu).

P.S.: Seit gestern Abend haben wir den perfekten Platz zum Versöhnen und Kuscheln. Der Schornsteifeger war da und hat Kamin und Schornstein abgenommen. Ein erstes Feuerchen wurde angezündet und wir saßen ganz beglückt (die Kinder schon im Schlafanzug) davor. Und später dann zu zweit mit Wein (und Bier) und Strickzeug, aaahhhhhhhh, das war herrlich!

Kommentare:

  1. ...ach, es gibt Tage, da kann man nichts recht machen. Das geht mir - mit EINEM Kind! - jedenfalls so. Da hangelt man sich von Stunde zu Stunde und freut sich, wenn sich kurzfristig mal ein gewisses Zufriedenheitsgefühl einstellt. Und abends ist man platt - und froh über Ruhe. ENDLICH. Die Ruhe nutzt man dann um Kraft zu tanken für den nächsten Tag...

    Im übrigen bewundere ich auch alle mehrfach-Mütter. Hut ab! Weiß nicht, wie man das schafft...

    Ich bewundere auch alle, die mit kleinen Kindern in der Krippe arbeiten. Wie schaffen die das? Mich macht dieses Quengeln echt mürbe und ich ertrage es nicht (heißt: ich kann nicht quengeln lassen. Nicht mal 5 Minuten.) Demzufolge bin ich ständig am beschäftigen bzw. rumtragen. Sobald die Quengelei losgeht, merke ich, wie mein Puls sich beschleunigt und ich langsam in Schnappatmung verfalle (na gut, ganz so schlimm ist es nicht)...
    ... und das bei EINEM Kind ;-). Wie schafft man das, wenn man mehrere von der Sorte hat? Mein Mann meint ja, dass Krippenleute das distanzierter sehen. Sind ja nicht die eigenen Kinder...

    Ich wünsche dir starke Nerven und angeblich wird ja alles besser, wenn sie größer sind - halt, da gabs doch noch den Spruch:
    "Kleine Kinder kleine Sorgen, große Kinder große Sorgen." Na denn...

    Ganz liebe Grüße aus dem kleinen Haus am See (o:

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    1. Ach, das ging mir mit einem Kind ganz genauso. Habe heute deinen Tagesbericht gelesen =) Das wird beim zweiten etwas einfacher, weil da ständig Abwechslung und Ablenkung vom großen Kind kommt.
      Aber in einer Kinderkrippe arbeiten könnte ich auch nicht. Schon allein die Lautstärke. Da habe ich ebenfalls größten Respekt davor!
      Äh ja und was die Sorgen angeht, wahrscheinlich werden sie größer, aber ich hoffe, dann auch etwas seltener oder? ;-)
      Liebe Grüße,
      Kathrin

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