Sonntag, 26. Oktober 2014

Durchhänger

In den letzten anderthalb Wochen hatte ich einen Durchhänger. Einerseits war ich krank. Zuerst war nur meine Stimme weg. Unschön, aber erträglich. Schließlich landete ich doch noch im Bett. Meinem lieben Mann hab ich es zu verdanken, dass ich fast den ganzen Samstag im Bett liegen bleiben konnte. Die Kinder hatten es gut  mit ihm. Aber nicht nur körperlich hatte ich einen Durchhänger. Meinen Nerven waren nur noch hauchdünn. Manchmal reichte eine Kleinigkeit, die mich vollends aus dem Gleichgewicht brachte. Dann wurde ich laut, haute auf den Tisch, wurde ungeduldig, bis irgendwie die Tränen anfingen zu laufen. Mein kleines Mädchen ist gerade sehr anhänglich. Eines meiner Beine ist ständig besetzt von einem quakenden, weinerlichen, kleinen Baby. Ich habe keinen Freiraum, kann mich nicht so bewegen wie ich will. Es zehrt an meinen Nerven. Le Petit ist wie ein dreijähriger Junge ist. Manchmal laut, manchmal nähebedürftig, meist nichts hörend, wenig kooperativ. Zusammen mit dem Lieschen wurde es mir diese Woche einfach ständig zu viel.
Abends, wenn meine Kinder dann im Bett waren, saß ich geknickt auf der Couch. Enttäuscht von mir selbst, dass ich ihnen gegenüber nicht die notwendige Geduld aufbringen kann. Wieso kann ich das als Mutter nicht? Bin ich gut genug? Viele, viele Selbstzweifel und Nerven dünn wie Pergament.
Ich habe das Gefühl, dass ich langsam auf dem Weg der Besserung bin. Gesundheitlich sowieso, aber auch im Umgang mit meinen Kindern. Diese Woche wird sowieso etwas besonderes, da Le Petit drei Tage Urlaub bei der Oma machen darf.

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