Donnerstag, 17. Juli 2014

Informationsaustausch fehlgeschlagen

Es gibt so Tage, an denen ich irgendwie keine Informationen mit meinem Mann austauschen kann. Wenn ich mit den Kindern Abends vom Spielplatz oder von Freunden heim komme und es sofort turbulent weiter geht. Dann vergesse ich beim Abendbrot einfach, was ich noch mit meinem Mann besprechen wollte. Wenn der Abend sich dann noch so weiterentwickelt wie gestern, dann ist der fehlende Informationsaustausch vorprogrammiert. Wenn dann nämlich erst Lieschen anfängt zu weinen, weil sie alleine (mit Le Petits Rumhampel-Krach) nicht einschlafen kann, dann Le Petit noch zehnmal auf Toilette muss und letztendlich einer von uns mit im Bett verschwindet, damit endlich Ruhe einkehrt. Gestern ging mein Mann mit einem Buch zeitig ins Bett. Kurz darauf stand Le Petit in der Tür und hat sich was zu lesen aus unserem großen Bücherregal geholt - er griff nach dem Autoatlas. Kurze Zeit später kam er wieder und hat mich noch mit dazu geholt. Da schlief dann aber auch schon mein Mann. Gegen halb zehn ist Le Petit dann auch endlich eingeschlafen. So als Ausgleich ist das kleine Mädchen dann aber auch schon halb sechs wach. Und Le Petit so morgenmuffelig, dass das ganze Frühstück wieder nur ein kleiner Kampf wird. So hab ich auch heute morgen vergessen mit meinem Mann was zu besprechen.

Ich rede hier ja nicht mal von einem tiefsinnigen Gespräch über Gott und die Welt, hahaha. Das hatten wir wohl seit drei Jahren nicht mehr. So läuft es dann tatsächlich oft so, dass wir uns tagsüber anrufen, um uns wichtige Dinge mitzuteilen. Völlig abstrus.

Ich erinnere mich an eine Zeit als junges Paar, als uns die Frage, ob wir uns eine Sonntagszeitung fürs sonntägliche Frühstück zulegen sollten, in eine kleine Beziehungskrise stürzte, weil ich Bedenken hatte, dass wir uns dann nicht mehr unterhalten, sondern nur noch in die Zeitung starren. Jetzt sehne ich mich manchmal ein bisschen nach einem Wochenendfrühstück, bei dem mein Mann und ich noch gemütlich am Tisch sitzen und in der Zeitung schmökern =)

1 Kommentar:

  1. Hmmmm... ja, normale Gespräche werden selten, irgendwie. Seit unser Erdbeermädchen da ist, geht es hauptsächlich um sie. Oder wir haben Themen wie Windeln, Pups und tralala. So Themen, die jetzt gerade wichtig sind. Tagsüber habe ich meine einseitigen Gespräche mit dem Erdbeermädchen und abends bin ich zu erschöpft, um noch normal zu reden. Und das Zuhören fällt mir dann auch schwer...
    Wenn ich dann rüber zu unseren knapp 60-Jährigen Nachbarn schaue, die gemütlich am Frühstückstisch sitzen und REDEN ;-), dann freue ich mich auch schon auf die Zeit, wenn wir als 60-jährige am Frühstückstisch in der Sonne sitzen und reden. Ganz normal reden.

    Das mit dem Telefonieren tagsüber um Infos auszutauschen kenne ich auch.

    Liebe Grüße aus dem kleinen Haus am See (o:

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