Mittwoch, 17. Oktober 2012

Herbstgewand

Unsere Haustür trägt ein neues Gewand. Ich versuche der Jahreszeit entsprechend immer einen Kranz zu basteln. Naja, den Übergang von Frühling zu Sommer habe ich noch nie geschafft. Ab und an wird auch einer mal recycelt und wieder verwendet. Die wunderschönen Farben der letzten Wochen haben mich angestiftet. Im Herbst habe ich immer das Gefühl, als ob die Natur sich noch einmal richtig ausleben möchte. Sie zeigt sich von der farbenprächtigsten Seite, lässt die Bäume aufflammen und leuchten, bevor sie sich dann langsam zurückzieht. So als ob sie sagt, seht her, das erwartet ihr nächstes Jahr wieder. Ihr müsst nur Geduld haben und den Winter abwarten. Saugt diese Farben und das Leben noch einmal in euch auf und zehrt davon in den dunklen Stunden.
Mein Herbstkranz versucht diese Stimmung ein bisschen in unseren Hausflur zu locken. Bestückt mit getrockneten roten, orangen und rostfarbenen Blättern. Hinzu kommen noch kleine Blümchen aus einem Strauss, den meine Schwiegereltern bei ihrem letzten Besuch mitbrachten. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich den Kranz sehe. Ebensosehr freue ich mich, wenn mein Mann den Kranz ebenfalls schön findet und meine kleine Tradition mag.


Was mich ebenfalls freut, ist dass der Kranz so schnell gemacht war. Ich habe mir diesmal einfach den Kleber geschnappt und die Blätter auf das gebastelte Grundgerüst geklebt. Kein stundenlanges Überlegen, welches Blatt wohin soll und wie ich es am besten anstelle, sondern einfach Anfangen. Das meiste ergibt sich dann von ganz allein. Den Erfolg dabei zu sehen, tat mir sehr gut. Normalerweise bin ich in der Hinsicht ein sehr theoretischer Mensch und nicht so spontan, was meine Arbeit meist sehr in die Länge zieht. (Zum Beispiel beim Kochen, wo ich mir ewig eine Strategie überlege, was am besten wann und in welcher Reihenfolge abgewaschen, geschnippelt und gekocht wird. Einfach machen ist oft am einfachsten und führt in deutlich kürzerer Zeit zum gleichen Ergebnis, habe ich bei meinem Mann bemerkt. Ich muss es nur noch verinnerlichen und  in die Tat umsetzen.)

Aus dem Blumenstrauß meiner Schwiegereltern habe ich außerdem noch einen kleinen Blumenkranz für die Küche geflochten. Er sieht in seiner Form etwas gewöhnungsbedürftig aus, bringt aber jeden Morgen und Abend sanfte Farbe in die Küche.

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